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Was Du loslässt, kann Dich nicht mehr festhalten!

Was Du loslässt, kann Dich nicht mehr festhalten!

Die südindische Affenfalle besteht angeblich aus einer ausgehöhlten Kokosnuss, die an einen Baum gebunden wird. In der Kokosnuss steckt eine halbe Banane, die durch ein Loch erreichbar ist. Der Affe greift hinein und kann die geschlossene Faust mit der Banane nicht wieder hinausziehen. Dem Affen gelingt es nicht, die Faust zu öffnen, die Beute einfach fallen zu lassen und sich wieder zu befreien. So muss er mit der Hand in der Kokosnuss auf den Affenjäger warten.

Kommt Dir das bekannt vor?

Wir zahlen manchmal einen hohen Preis dafür, dass wir an etwas festhalten. Doch sind wirklich wir es, die an etwas festhalten, oder werden wir festgehalten, weil wir nicht loslassen?

In dieser modernen Saga aus Indien schüttelt doch jeder innerlich den Kopf über die Einfältigkeit des Affens. 

Lass doch einfach los! , wollen wir ihm zurufen…

Doch diese Überlegung zieht der Affe nicht mal in Erwägung. Er sieht keinen Ausweg, obgleich er die Wahl hat. Uns berührt das – warum?

Vielleicht weil wir es kennen – das Gefühl, in der „Falle“ zu sitzen und auf das Naheliegendste einfach nicht zu kommen? Was bleibt ist die Sehnsucht und der heimliche Traum von Freiheit.

„Loslassen kostet weniger Kraft als Festhalten. Und dennoch ist es schwerer.“                                     (D. Fleischhammel)

Wo in Deinem Leben hält Dich etwas fest? Was würdest Du gerne loslassen können? Was bedeutet Freiheit für Dich?

Um Deine Situation neu zu bewerten ist das Naheliegendste, die Blickrichtung zu ändern!

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Herzlichst,

Deine Arlyn 

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Inneres

Warum wir uns selbst entwerten, wenn wir Dinge aufschieben

Warum wir uns selbst entwerten, wenn wir Dinge aufschieben

Mit Sicherheit kennst Du das auch:…. Ob es das Lernen für eine Prüfung ist, die überfällige Entrümpelung des Kleiderschranks oder der längst fällige Rückruf bei der  Freundin – wir wissen, dass es unbedingt ansteht, aber verschieben es immer weiter nach hinten. Wie hoch der innere Druck dabei anwächst, hängt damit zusammen, ob es für diese Aufgabe eine Deadline (z.B Abgabe der Steuerunterlagen oder ein Prüfungstermin) gibt, oder ob es lediglich innere Überzeugungen sind, mit denen wir uns das Leben schwermachen. So nach dem Motto: „Ich müsste/sollte mal wieder….usw.

Immer wieder meldet sich die innere Stimme und appelliert an unser Gewissen, aber da uns im Alltag die Aufgaben nur selten ausgehen, finden wir meistens eine Beschäftigung und damit einen Grund, in diesem Augenblick eben nicht mit unserer eigentlichen Aufgabe beginnen zu können/müssen.

Wer für eine Prüfung lernen muss hat aus diesem Grund zu der Zeit meist die sauberste Wohnung mit vollständig erledigter Wäsche inclusive sauberer Fenster. Pest oder Cholera – wir wählen also häufig eine Ersatzhandlung, die wir auch nicht gerne tun, aber eben immer noch lieber.

Daran ist ja zunächst auf den ersten Blick nichts auszusetzen, denn wer hat nicht gerne eine aufgeräumte Wohnung oder ein frisch poliertes Auto?

Wenn damit auf der anderen Seite nicht dieser entwertende Blick auf uns selbst wäre.

Dadurch dass wir Entscheidungen oder Handlungen vor uns herschieben, bleiben sie quasi permanent in unserem Bewusstsein und verbrauchen ein Vielfaches der Energie, die sie verbrauchen würden, wenn wir sie gleich erledigen würden.

Gleichzeitig blockieren sie unser gesamtes Handeln, denn innerlich folgen wir oftmals der Überzeugung, dass uns etwas Gutes oder eine belohnende Erfahrung erst zusteht, wenn wir dieses oder jenes erledigt haben.

Mit anderen Worten heißt das, dass wir einen Teil von uns solange ablehnen, bis wir wieder friedlich mit uns sein können, weil wir die Aufgabe erledigt haben.

Das nenne ich erfolgreiche Selbstsabotage!

In ausgeprägten Fällen kann diese Art der Selbstablehnung sogar zu körperlichen Beschwerden führen. Etwa Schlafmangel oder Unruhezustände können abbilden, was sich im Inneren bei uns tut.

In der Psychologie gibt es einen Fachbegriff für das Phänomen, Dinge immer wieder vor sich herzuschieben – Prokrastination!

Danach handelt es sich dabei um eine Störung, die durch ein unnötiges Vertagen des Beginns oder durch Unterbrechen von Aufgaben gekennzeichnet ist, sodass ein Fertigstellen nicht oder nur unter Druck zustandekommt. (Quelle: Wikipädia) 

Klingt so sperrig wie es sich anfühlt, oder? Wir sperren uns selbst ein in ein Gefängnis von limitierenden und bedrückenden Gefühlen, obwohl wir den Schlüssel in die Freiheit und damit in die Zufriedenheit eigentlich in uns selbst tragen.

Warum tun wir es also? 

Der Grund für dieses Verhalten sind negative Gefühle, die wir mit dem Schieben zu vermeiden suchen. Auch wenn wir uns dadurch massiv in unserem eigenen Radius einschränken.

Die 7  häufigsten Ursachen, warum wir Dinge aufschieben:
  1. Der eigene Anspruch                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       Die Perfektionisten unter uns kennen es:  Der innere Antreiber „Mach’s perfekt“ ist ein Druckmacher der besonderen Art. Die latente Gefahr einer möglichen Unvollkommenheit lähmt und kann regelrecht bedrohlich wirken.  Perfekt ist aber anerkanntermaßen der Feind von gut! Höchste Zeit seinen inneren Antreiber an die Leine zu nehmen und ihn bestimmt in seine Schranken zu weisen (mehr dazu Blogbeitrag das einzig perfekte ist nicht perfekt zu sein). Wir dürfen uns erlauben, nicht perfekt zu sein.

  2. Angst zu Scheitern

    Wir haben uns konditioniert, negative Gefühle möglichst zu vermeiden. Wie fühlt sich Scheitern an? Jeder hat hier individuelle Erfahrungen gespeichert. Leider sind wir hierzulande darauf geprägt, dass zu scheitern etwas Negatives ist. Dass in jedem Fehlversuch aber auch eine große Lernchance für uns liegen kann, blenden wir dabei aus. Daher konzentrieren wir uns nicht auf kreative Lösungen und neugieriges Experimentieren, sondern lediglich auf Erfolg. Aus Angst zu scheitern aber gar nicht erst zu beginnen, kommt dem Druckgefühl eines Scheiterns bereits sehr nahe. Im Ergebnis fühlen wir uns gleichermaßen schlecht und schwächen dadurch aktiv unseren Selbstwert.

  3. Fehlende Kompetenz

    Auch wenn uns für die Erledigung einer Aufgabe tatsächlich noch erforderliche Informationen fehlen, widmen wir uns gerne erstmal anderen Bereichen, für die wir uns bereits kompetent fühlen. Der Grund dafür ist einfach: Wenn wir uns offiziell die nötigen Informationen und Unterstützung einholen, geben wir damit offenkundig zum Ausdruck was wir eh schon über uns denken: „Wir sind nicht gut genug und wir dürfen uns auf gar keinen Fall etwas zutrauen!“ – In dieser Haltung steckt wiederum ein gehöriger Selbstwerträuber, denn wer sagt denn, das wir erst genug sind, wenn wir alles können? Jemanden um Rat und dessen Wissen bitten zu können, ist vor diesem Hintergrund doch die eigentliche Ressource und eben kein Makel.

    Gleichzeitig dürfen wir uns an Situationen erinnern, in denen wir das Problem oder ähnliche Herausforderungen schon einmal gelöst haben. Wenn wir uns regelmäßiger an unsere Fähigkeiten erinnern würden, könnte es sein, dass wir es nicht mehr schaffen uns hilflos zu fühlen…

  4. mangelnde Motivation/Bedeutung

    Manche Aufgaben werden von uns überwiegend als lästig und sinnlos zeitraubend empfunden. Entweder weil wir selbst kein Interesse an der Erfüllung oder aber die Aufgabe selbst nur eine geringe Wichtigkeit besitzt. Wir haben einfach keine Lust uns damit zu beschäftigen, schieben es weiter vor uns her und stärken damit die uns bedrückende Wirkweise der Nichterledigung…Um diesen Effekt zu unterbrechen, stellt sich die Frage, welche und wessen Erwartungen überhaupt an diese Aufgabe geknüpft werden. Hier besteht die Selbstfürsorge darin, dass ich mich frage, was ich selbst möchte und wie ich mich nach außen selbstwirksam abgrenzen kann. Vielleicht stehen mir dabei noch andere Glaubenssätze im Weg (wie z.B. „mach es allen recht“?), die mich in meiner Persönlichkeitsentfaltung einschränken? Indem ich meine Prioritäten bestimme, kann ich mich davon behutsam lösen.

  5.  Kurz vor 12 !

    Wer in seiner Vergangenheit die Lernerfahrung gemacht hat, dass es ausgereicht hat auf den letzten Drücker Gas zu geben, kann daraus ein Muster ausgebildet haben. Er schiebt die Dinge vor sich her, weil er ja eigentlich weiß, dass er das kann. Dennoch drückt die innere Stimme weit im Vorfeld und meldet immer wieder den Countdown. Der Restzweifel und die Möglichkeit einer ersten Ausnahme von der Regel beunruhigen dann doch und die ersehnte innere Coolness bleibt aus. Zum Schluss wird es eben doch noch hektisch und die bereits unterschwellig verbrauchte Energie des Vorsichherschiebens wird eigentlich jetzt dringend benötigt. Hilfreicher könnte es sein doch früher mit der Erledigung zu beginnen, dabei aber den Erfahrungswert der Notressource als zusätzlich stärkenden Faktor zu integrieren und wertzuschätzen („auch wenn ich nicht unbedingt müsste, fange ich bereits jetzt an, um es mir damit gutgehen zu lassen…“)

  6. Zu viele Bälle in der Luft?

    Wer nicht mehr Herr oder Frau seiner Organisation ist, löscht jeweils nur die Brandherde, die gerade die höchsten Flammen schlagen. Daraus folgt ein Zeitmanagement nach Dringlichkeit und eben nicht nach gesteuerter Organisation. Die Aufmerksamkeit auf die jeweilige Handlung wird dabei aber unterbewusst immer wieder durch den nagenden Fälligkeitsgedanken der anderen Aufgabe gestört. Wir verzetteln uns und bekommen ein Gefühl von „ich mache nichts richtig und ich mache nichts zu Ende“… Auch nicht gerade ein Booster für den eigenen Selbstwert….Wir laufen Gefahr zu resignieren oder schlimmer – irgendwann im Burn – out die Notbremse ziehen zu müssen.

    Organisation und Zeitmanagement kann man lernen, was darüber hinaus eine große Investition in Sachen Selbstwert bedeuten kann. „Ich bin es mir wert zu lernen, wie ich meine Zeit besser für mich nutzen kann.“

  7.  schlimmer als es ist                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Ein weiterer unangenehmer Effekt, Dinge vor sich herzuschieben ist, dass unser Unterbewusstsein uns gerne einen Streich spielt. Indem wir den ersten Schritt in Richtung Erledigung eben nicht machen, öffnen wir unserem inneren „Münchhausen“ Tür und Tor. Je mehr Zeit vergeht, umso unmöglicher oder aufwändiger erscheint uns der erste Schritt. Die negativen Gefühle, die wir mit der Erledigung verbinden, überzeichnen und verzerren uns den realistischen Blick. Aus einer eigentlich simplen Handlung wird ein nur schwer zu bewältigender Kraftakt in unserer Vorstellung, der uns natürlich erst recht zurückschrecken lässt. Hier ist es hilfreich, sich wirklich zu fragen, ob es angemessen ist, dem Ganzen so viel Raum zu geben. Ein bisschen mehr „Augen zu und durch“ hilft schnell dabei, den Irrtum der Unmachbarkeit auffliegen zu lassen. Auf diese Weise können wir uns wieder in Fluss bringen und uns von unangenehmen Gefühlen lösen. Der erste Schritt bringt uns wieder auf Kurs und bestärkt uns positiv in unserer Selbstwirksamkeit.

Die „Aufschieberitis“ hat wie man sehen kann eigentlich nur einen Effekt: Wir fühlen uns schlecht und unzufrieden. Höchste Zeit dieses wenig hilfreiche Muster zu verändern. 

Die gute Nachricht: Das gelingt leichter, als Du jetzt vielleicht denkst! 

Wenn Du Deinen inneren „Aufschieber“ loswerden willst, helfe ich Dir sehr gerne dabei! 

Herzlichst,

Deine Arlyn 

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Berufliches

Perspektivwechsel – 10 Wege aus der beruflichen Sackgasse

Perspektivwechsel – 10 Wege aus der beruflichen Sackgasse

Unbestritten spielen Beruf und Berufung eine herausragende Rolle für das Gefühl von Erfüllung und Glück. Als Taktgeber für unsere Werktage (und gelegentlich sogar auch Wochenenden) gibt uns unsere berufliche Tätigkeit vor, wann wir uns welchen Dingen widmen. Wir verbringen im Falle einer Vollzeittätigkeit zumeist auch mehr Zeit mit Kollegen als mit unserer Familie. Unsere Hobbies und Herzensprojekte organisieren wir drum herum und ordnen uns unter.

Das geht so lange gut, wie wir mit unserem Job überwiegend zufrieden sind, weil wir uns etwa in angemessener Weise gewertschätzt, herausgefordert, anerkannt und entlohnt fühlen.

Als Berufsanfänger sind wir noch motiviert bis in die Haarspitzen, voller Eifer und dankbar über die Chance und das Vertrauen, welches in uns gesetzt wird. Wir geben alles! Wir ziehen durch und haben die nächste Sprosse auf der Karriereleiter fest im Blick. Die tief verankerte Vision von „wenn ich einmal groß bin, werde ich….“ steht kurz vor ihrer Verwirklichung. Wir haben das Gefühl, es fast geschafft zu haben und holen noch einmal tief Luft für den Zieleinlauf.

Der Stellenmarkt gibt uns zusätzlich Rückenwind. Es wird sich regelrecht um uns gerissen – als gut ausgebildete und hochmotivierte Fachkompetenz hat man heutzutage wieder die Wahl, wo man anheuert. Neben den berufsbezogenen Inhalten bestimmt auch das Marketing der Arbeitgeber maßgeblich, wo wir landen. Mehr noch als früher ist uns heute wichtig, welche Werte und Unternehmenskultur die Gemeinschaft vertritt, zu der wir uns zugehörig fühlen möchten. Können wir uns damit identifizieren? Themen wir Nachhaltigkeit, Innovation und Mitarbeiterorientiertheit können hierbei eine Rolle spielen. Inwieweit das dann auch gelebt wird, erfahren wir spätestens im Falle eines Konflikts, d.h. wenn das erste Mal Sand in das in der Ausschreibung so moderne und teamorientierte Getriebe kommt. Dann wird schnell klar, dass es in erster Linie überwiegend um wirtschaftliche Interessen des Unternehmens geht und nicht um die Befindlichkeiten eines kleinen Zahnrades …

Wie auch immer, wir sammeln Berufsjahre und damit auch Expertise, Erfahrung und Erkenntnisse über uns selbst.

Phänomen Lebensmitte als Gamechanger

Spätestens in der Lebensmitte ziehen wir Bilanz. Viele Faktoren treffen in dieser Phase zusammen und lösen eine regelrechte Identitätskrise aus. Die Eckpfeiler unseres Lebensgebäudes kommen ins Wanken und das Fundament, auf dem wir unseren Alltag aufgebaut haben, bekommt feine Risse.

Neben der Verunsicherung darüber, berichten viele Klienten aber vor allem über eine große Unzufriedenheit und den starken Wunsch nach einer beruflichen Veränderung.

Darunter versteckt sich bei nicht wenigen auch eine ausgeprägte Wut. Wir fühlen uns von der Vorstellung betrogen, irgendwann – wenn wir uns ausreichend angestrengt und bemüht haben – dort anzukommen, wo es schön ist, und wir glücklich und zufrieden unser Leben genießen dürfen. Stattdessen finden wir uns in einer Situation wieder, in der wir wirklich viel Erhofftes erreicht haben, aber Zufriedenheit oder gar Genuss ist nicht in Sicht.

Woran liegt es also, dass aus hochmotivierten Berufseinsteigern über die Dauer von 10 bis 15 Berufsjahren Mitvierziger werden, denen der Ehrgeiz und die Zielfokussierung abhandenkommt? Was ist da los?

Die 4 häufigsten Ursachen für die berufliche Unzufriedenheit Mitte der 40er:
  1. Road Map & Co: 

    Wer schon einmal in einem großen Konzern oder dergleichen gearbeitet hat, kennt sie sicher auch…die unauffälligen und harmlos lautenden Bezeichnungen großer Veränderungsprogramme – etwa wie z.b. Roadmap, Aufbruch oder Agenda XY…Es geht um Changemanagement, d.h. darum, dass die Unternehmen Strategien entwickeln, um sich den permanent verändernden Rahmenbedingungen anzupassen. Auf einer groß angelegten Mitarbeiterversammlung wird einem dann in aufwendig animierten Schaubildern ganz sachlich mitgeteilt, dass der Konzernzusammenschluss mit der Firma XY aus wirtschaftlichen Gründen nicht zu verhindern gewesen sei, sich aber natürlich daraus auch Konsequenzen für die Arbeitsverträge ergeben müssen. Im Nachgang bekommt man dann, wenn es gut läuft, noch die Möglichkeit den drohenden Jobverlust abzuwenden: Entweder man nimmt die neue Entfernung von 70 Kilometern zum Arbeitsplatz in Kauf, stimmt der Umschulung auf einen anderen Arbeitsplatz zu oder nimmt die angebotene Abfindung in Anspruch.

    Wie auch immer man sich hier entscheidet: Ein Schlag in Gesicht und Magengrube stellt ein solches Gesuch angesichts der geleisteten Arbeit  in jedem Fall dar.

    Und ein drohender Jobverlust ist für Viele Mitvierziger auch keine Kleinigkeit. Zumeist laufen im Hintergrund noch Kredite und andere Verbindlichkeiten. Zähneknirschend wird allein schon deswegen eines der geschilderten „Angebote“ in Anspruch genommen, mit der Folge dass spätestens ab diesem Zeitpunkt nur noch mit innerlichem Widerstand gearbeitet wird. Es fühlt sich eben wie eine Degradierung an – und das schmerzt!

  2. Unterstützung zusagen, aber de facto keine liefern:

    Ein häufiger Grund für die „Jobermüdung“  ist auch das Arbeitspensum von vielen. Die Arbeit der Kollegin, die frühzeitig in den Mutterschutz gegangen ist, oder des Kollegen, der wegen eines Freizeitunfalls mehrere Wochen ausfällt, wird offiziell „vorübergehend“ miterledigt. Leider mündet das nicht selten in einem Dauerzustand, der dann irgendwann einfach auch nicht weiter thematisiert wird. Von Unterstützung weit und breit keine Spur. Auf dem Weg von sich über Gebühr ins Zeug legen über sich einzugestehen, dass man sich überlastet und im Stich gelassen fühlt bis hin zu einem sehr ernstgemeinten Hilferuf Richtung Chef, verlieren viele aber ganz erheblich wertvolle Substanz. Symptome eines recht ansehnlichen Burn-Outs klopfen schon mal leise an die Tür.

    Wer aber über seinen Schatten gesprungen ist und den Chef um Unterstützung bittet, erhält oftmals die Antwort, dass sich um eine kompetente Kraft bemüht werde, aber leider derzeit einfach keine zu finden sei…“Halten Sie noch etwas durch… – wir sind da dran!“…

    Aber was macht das mit uns? Wir alle sehnen uns nach Erfolg und Anerkennung. Das treibt uns an und wir bemühen uns daher auch überwiegend unsere Arbeit gut zu machen…Wer aber zwei Stellen gleichzeitig ausfüllen muss, kann dem eigenen Anspruch gar nicht in zufriedenstellender Weise nachkommen. Es ist einfach objektiv unmöglich. Demotiviert und in unserem Selbstwert spürbar herabgesetzt enden unsere Bemühungen in einem „Dienst nach Vorschrift“ und somit in Resignation. Wem dann noch der Gedanke kommt, das jetzt noch gute 20 Jahre so weiter machen zu sollen, dem schwillt innerlich verständlicherweise der Kamm… Mehr noch, Trübsinn und Verdruss bahnen sich ihren Weg in Richtung Seele…

  3. Unsichtbar werden:

    Erinnern wir uns, zu Beginn unseres Berufseinstiegs waren wir sehr interessant für den Arbeitgeber – es wurde ja regelrecht um uns gebuhlt. (Ich weiß noch von potentiellen Arbeitgebern, die am Ausgang der Universität  warteten, um Absolventen direkt abzuschöpfen…). Man war jetzt jemand! Und der neue Arbeitgeber hielt große Stücke auf einen. Man wurde protegiert und individuell gefördert, wo es nur ging! Das machte zu Recht stolz und selbstbewusst. Mit großem Engagement, selbstverständlichen Überstunden und Feuereifer wurde der Vertrauensvorschuss abgegolten. Ein Geben und Nehmen eben, aber mit der sinnstiftenden Vorstellung ein wichtiger Teil einer wachstumsorientierten und erfolgreichen Gemeinschaft zu sein. Chakaa!

    Und irgendwann stellen wir dann fest, es geht für uns nicht mehr weiter. Endstation. Keine weiteren Förderprogramme und Entwicklungsprojekte mehr für uns geplant. Feierabend! Letztere sind jetzt für die jungen Nachrücker geplant…Die „Neuen“ bekommen jetzt die Aufmerksamkeit des Chefs und werden zu dessen Herzenssache.

    Das ist der ganz normale Lauf der Dinge in vielen größeren Unternehmen, aber was macht das mit uns? Spätestens wenn wir unser gekränktes Ego an dieser Stelle besänftigt haben und uns wieder beruhigt haben, wird uns schlagartig klar, was jetzt kommt – nämlich NICHTS mehr, wenn wir nicht aktiv werden. 

    Obwohl wir in unseren besten Jahren sind, randvoll mit Expertise und wertvollen Erfahrungen, werden wir nicht mehr an den Dreh  – und Angelpunkten des Unternehmens eingesetzt. Wir sind quasi festeingebaut wie die die Bauteile einer Platine. Unsere Flexibilität wird gar nicht nachgefragt. Und ähnlich wie ein Muskel, der nicht beansprucht wird, bildet sie sich tatsächlich zurück. Wir beginnen zu denken, dass wir wirklich nicht mehr können, als das, was wir gerade tun. Aber die gleichzeitige Vorstellung genau darauf reduziert zu bleiben, deprimiert uns und lässt uns uns immer kleiner und kleiner fühlen. Wir verlieren den Bezug zu dem Sinn unserer Tätigkeit. Eine Negativspirale hat sich in Gang gesetzt.

  4. Kinder und Familie statt Karriere:

    Nun ist nicht jeder beruflich ein Gipfelstürmer gewesen, dem nun Mitte 40 die Herausforderungen fehlen. Viele, vor allem wir Frauen, haben uns zugunsten der Familiengründung beruflich nicht oder noch nicht verwirklichen können. In erster Linie wurden nur Tätigkeiten übernommen, die sich zeitlich mit den häuslichen Verbindlichkeiten abstimmen ließen. Das sind typischerweise keine Traumjobs.

    Viele meiner Klientinnen betonen aber, dass es darum auch nicht ging. Es war vielmehr schön, etwas Eigenes zu haben, neben dem Fulltimejob Zuhause und es einfach guttat, auch mit anderen Menschen und Aufgaben in Kontakt zu sein.  

    Doch spätestens, wenn die Kinder flügge werden, stellt sich die Frage: Was erwarte ich eigentlich noch von meinem Leben? Was fange ich jetzt an mit all der freien Zeit? Meine Kinder brauchen mich nicht mehr und der Haushalt macht sich von allein. Also zurück in den Beruf? Aber in welchen? Und wer will mich überhaupt noch? Was kann ich schon im Vergleich zu den Vollzeitangestellten, die die dynamische Arbeitswelt aus dem Effeff beherrschen?

    Den Sprung aus einer wenig anspruchsvollen Aushilfstätigkeit in eine fachspezifische Festanstellung schaffen nicht viele. Denn dazu bedarf es neben einem Kompetenznachweis vor allem zweierlei: Mut und Selbstvertrauen!

    Erfahrungsgemäß fühlen sich aber viele Mütter nicht entsprechend ausgestattet, um das Projekt berufliche Selbstverwirklichung aktiv voranzutreiben. Sie fühlen sich zwischen den Stühlen, und werden angesichts erheblicher Selbstzweifel lieber gar nicht erst tätig. Auch diese Umstände können eine große Unzufriedenheit auslösen.              

Was aber tun, wenn wir erkannt haben, dass der berufliche Schuh drückt und wir so nicht weiterlaufen wollen/können?!

10 Auswege aus der beruflichen Sackgasse in der Lebensmitte:
  1. Stecke nicht den Kopf in den Sand, sondern mache es wie Dein Arbeitgeber auch: Nimm  Unterstützung in Anspruch und mache eine umfassende Bestandsaufnahme. Wo stehst Dujetzt und wo willst Du hin? Denke  groß, die Feinjustierung folgt im zweiten Schritt. Changemanagement lautet das Passwort!

  2. Mit welchen Inhalten gehst Du  jetzt in Resonanz? Das heißt, worum soll es künftig beruflich mehr gehen und wovon wünscht Du Dir weniger oder gar nichts mehr?

  3. Mache Deine  Hausaufgaben: Erarbeite Deinen beruflichen Masterplan für die zweite Lebenshälfte. Je konstruktiver und fokussierter Deine Vorschläge an Deinen Arbeitgeber dabei sind, umso eher kann und wird er Dir folgen. Bedenke bei Deinen Überlegungen unbedingt den wirtschaftlichen Aspekt Deiner Ideen. Deine Firma ist nur dann auf Deiner Seite, wenn sie davon auch etwas hat. Und Deine Zufriedenheit allein ist kein ausreichendes Motiv! Leider!

  4. Wo Du bist, ist oben! Mache das Deinem Arbeitgeber klar, indem Du ihm verdeutlichst welche ungenutzten Potentiale in Dir schlummern. Du bist leistungsfähig, familienmäßig aus dem gröbsten raus und lebenserfahren. Deine persönliche Reife und die Sehnsucht nach Sinnhaftigkeit vermag auch im Job zu nachhaltigeren Ergebnissen zu verhelfen, wenn man Dich nur lassen würde. Du machst keine halben Sachen!

  5. Falls die Unzufriedenheit auch aus einer beruflichen Überlastung herrührt, werfe nicht gleich die ganze Flinte ins Korn, sondern überlege, welche kleinen Veränderungen vielleicht schon einen großen Benefit für Dich haben könnten. Etwa Arbeitszeitverkürzung, und dafür freitags um 12 Uhr frei, um die Wochenenden auf dem Land zu verbringen zum Beispiel? (Übrigens: Man kann solche Gespräche trainieren und üben, falls eine solche Initiative mit Ängsten behaftet ist!) Und noch einen Gedanken möchte ich Dir an dieser Stelle schenken: Dein Arbeitgeber wird Dir kein Denkmal errichten! So oder so, Du bist ersetzbar und es dankt Dir niemand, wenn Du bei Deinen Handlungen nur an Deinen Arbeitgeber denkst.

  6. Welche Beziehung hast  Du zu Geld? Das klingt vielleicht verwirrend, aber diese Frage haben sich in der Tiefe die wenigsten in dieser Phase gestellt. Und dabei kann darin auch ein Schlüssel liegen. Was reicht mir und was bin ich mir selbst wert? Fühle ich mich überwiegend im Mangel, und wenn ja, was bedeutet das für mein Verhältnis zu Geld im Allgemeinen. Hier finden Klienten häufig sehr interessante Dinge über sich heraus. Spannend und entscheidend für die berufliche Zukunftsgestaltung!

  7. Für diejenigen, die das Gefühl haben, nicht von der Stelle zu kommen, und immer „grauer“ und unsichtbarer zu werden: Welche (private) Zusatzqualifikation könnte Dich wieder in einem anderen Licht erscheinen lassen. VHS, Fernlehrgänge oder Wochenendworkshops – die digitale Welt eröffnet uns ein Füllhorn an Möglichkeiten. Werde kreativ und gönne Dir einen Workout für den Kopf. Glaube mir, das belebt und lässt Dich wieder erstrahlen. Das bleibt nicht unbemerkt!

  8. Jeder hat selbstverständlich auch einen Anspruch auf Zeit auf dem „Jammersofa“… Also ich habe jedenfalls so eines und die meisten, die ich kenne, ebenfalls. Dass der Traum vom vollendeten Glück in der Lebensmitte irgendwie nicht aufgegangen ist, ist ja auch wirklich kein Grund zum Feiern. Wir dürfen voller Mitgefühl uns selbst gegenüber betrauern und beschimpfen, was uns umtreibt. Aber dann heißt es eben auch: Klarmachen zur Wende! Komm wieder ins (produktive) Handeln. Netzwerke, was das Zeug hält. Sprich über Deine Überlegungen, Dich eventuell beruflich zu verändern. Nicht alle Arbeitgeber übersehen die großen brachliegenden Potentiale der Midlifer. Du wirst überrascht sein, wo sich vielleicht plötzlich Türen öffnen. Du musst sie  ja nicht durchschreiten, aber die Spiegelung, wieder oder noch interessant zu sein für den Arbeitsmarkt, tut einfach nur unfassbar gut.

  9. Auch wenn Du den Bereich Job vielleicht maßgeblich für Deine missmutige Grundstimmung verantwortlich machst, beleuchte auch überblickartig die anderen Bereiche. Wie sieht es da aus? Stehen da auch Veränderungen an? Was kommt da gegebenenfalls zeitnah auf Dich zu, wofür Du Deine volle Aufmerksamkeit benötigst? Ein Beispiel könnte eine etwaige Pflegebedürftigkeit Familienangehöriger sein. Natürlich ist so etwas nicht immer planbar und stellt sich überwiegend plötzlich und unerwartet ein. Der Gedanke dahinter ist nur, dass Du Dich zeitlich nicht verzettelst und vielleicht für die berufliche Veränderung abwartest, bis sich andere „laute“ Bereiche Deines Lebens wieder beruhigt haben.

  10. Bleibe positiv – ich weiß, leichter gesagt, als getan! Aber darin liegt eine nicht zu verachtende Ressource. Bemühe Dich bewusst darum, auch all das Gute in Deinem Leben und insbesondere auch in Deinem Job zu sehen. Was konntest Du durch ihn schon alles erreichen? Was ist dadurch möglich geworden? Erinnere Dich  bewusst an Highlights – die sind noch immer da, in Deiner Erinnerung und damit auch in Deiner Biographie. Weite den Blick und gehe liebevoll mit Dir um! Wir sind nicht hier, um uns permanent selbst zu optimieren. Wir sind hier um glücklich zu sein, und meistens liegt das sogar in unserer eigenen Hand!

Herzlichst,

Deine Arlyn 

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Inneres

Achtsam in eine neue Perspektive

Achtsam in eine neue Perspektive

Wenn Du die Berührung mit der inneren Stille verlierst, verlierst Du den Kontakt mit Dir selbst. Wenn Du den Kontakt mit Dir selbst verlierst, verlierst Du Dich in der Welt.“ 

(Eckhard Tolle)

Worum geht’s?

Der Begriff Achtsamkeit scheint heute allgegenwärtig und in aller Munde. Wer etwas auf sich hält, lebt achtsam. Aber was bedeutet das eigentlich konkret und worin genau liegt die viel zitierte zutiefst heilsame Wirkung?!

Eine der in der Forschungsarbeit am häufigsten verwendeten Definition stammt von Jon Kabat – Zinn. Demnach ist Achtsamkeit, wenn wir in andauernder und bestimmter Weise aufmerksam sind: mit Absicht, im gegenwärtigen Moment und ohne Beurteilung.

Klingt jetzt nicht nach Wundermittel auf den ersten Blick…

Aber wenn wir uns mal genauer fragen, wann wir zuletzt wirklich mit all unseren Sinnen auf einen Moment konzentriert waren, fällt eine ehrliche Antwort darauf ziemlich dürftig aus. 

Denn wo sind die meisten von uns während der meisten Zeit? Auf jeden Fall nicht im gegenwärtigen Moment.

Unseren Alltagstrott erledigen wir doch überwiegend ziemlich mechanisch, wie auf Autopilot sozusagen. Gleichzeitig sind wir währenddessen im Geiste damit beschäftigt, entweder gerade Vergangenes noch einmal durchzukauen oder zukünftige Szenarien durchzuproben. 

Dank moderner Technik können wir so viele Dinge gleichzeitig erledigen. Hand auf’s Herz,  wann hast Du zuletzt während einer Mahlzeit gleichzeitig auf das Display Deines Handys geschielt?….Und wann hast Du  stattdessen zuletzt eine Mahlzeit wirklich mit allen Sinnen genossen?…

Aber auf diese Weise entgeht uns etwas ganz Entscheidendes: Nämlich unser eigenes Leben, wie es sich von Moment zu Moment entfaltet.

Dabei ist achtsam mehr, als nur präsent zu sein. Es genügt also nicht, den Augenblick einfach zu leben. Es bedarf darüber hinaus noch der bewussten Wahrnehmung desselben. Erst dann können wir die Möglichkeiten und das Potential des jeweiligen Augenblicks erfahren.

Was uns entgeht

Dass wir uns zu selten auf uns und den jeweiligen Augenblick besinnen hat Folgen, die Du vielleicht auch aus Deinem Leben kennst: 

  • Wenn wir nicht achtsam sind, überlassen wir unguten Gefühlen oder unangenehmen Erfahrungen zu lange das innere Feld. Wir lassen zu, dass sie weiterhin unsere Wahrnehmungen eintrüben, obwohl der auslösende Moment längst verstrichen ist. Wir sehen alles nur noch durch unsere dunkel eingefärbte Brille.

  • Wenn uns unsere Bedürfnisse aber auch Abneigungen nicht wirklich klar sind, bestimmen diese im Hintergrund dennoch stark, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen. Wir empfinden Neid oder auch Missgunst, und wissen nicht warum.

  • Jeder kennt es: Erst wenn wir uns mal ganz bewusst auf unsere Gesichtsmuskulatur besinnen und sie entspannen, spüren wir, wie angespannt sie in Wirklichkeit die meiste Zeit des Tages ist. Ohne bewusste Wahrnehmung trägt der Körper unsere Anspannungen und unseren Stress durch den Tag. Tagein. Tagaus. Irgendwann, wenn es ihm zu viel wird, meldet er Schmerz… erst dann schauen wir hin…

  • Die Einzigartigkeit des Lebens drückt sich in vielen besonderen Momenten aus. Die wärmende Sonne auf der Haut, der Wind in den Haaren, der Duft frisch gepflügter Erde oder das bezaubernde Konzert der Singvögel in den Morgenstunden. All diese kleinen Wunder lassen wir unbemerkt verstreichen, wenn wir durch unseren Alltag und letztlich auch durch unsere Leben rauschen wie ein ICE. 

  • Wenn wir nicht gut mit unserer inneren Welt verbunden sind, haben wir auch keinen Zugang zu unserer Intuition. Sie kann aber ein guter Navigator sein, wenn es um wichtige Entscheidungen in unserem Leben geht. Soll ich, oder soll ich nicht? Viel zu oft beantworten wir uns diese Frage losgelöst von unseren wahren Gefühlen. Im Nachhinein hadern wir dann mit unseren Entschlüssen.
Warum fehlende Achtsamkeit eine Krise verschärft

Zum Beispiel erleben viele Menschen in der Lebensmitte eine äußerst verunsichernde und belastende Zeit. Alles fühlt sich nach Umbruchstimmung an und das bisherige Leben wird in vielen Belangen in Frage gestellt. 

Es wird Bilanz gezogen, beruflich wie privat. Selten erschien der Alltag so bedrückend und wenig erfüllend wie nun plötzlich in dieser Phase. 

Der Zeitoptimismus bekommt erste Risse und die eigenen Grenzen werden sichtbar. 

Auch körperliche Veränderungen machen sich bemerkbar und erzeugen nicht selten inneren Widerstand. 

Der „Autopilot“ scheint mit einem Mal nicht mehr zu funktionieren und es stellt sich immer öfter die Frage in den Raum: Was erwarte ich eigentlich noch von meinem Leben?

Wie in einer kräftig durchgeschüttelten Schneekugel wird mit einem Mal alles aufgewirbelt und muss sich einen neuen Platz suchen. Das belastet viele und führt gelegentlich zu vorschnellen und sehr radikalen Maßnahmen. 

Wer jetzt nicht achtsam ist, kann den oft ziellosen und destruktiven Grübeleien kaum Einhalt bieten. 

Unzufriedenheit breitet sich aus und begräbt alles unter einer eher pessimistischen Betrachtungsweise. Was soll da schon noch Gutes kommen? Eigentlich ist doch alles schon gelaufen!…etc.

Die Folgen fehlender Achtsamkeit verschärfen das Krisengefühl erheblich jetzt. Denn wie beschrieben unterscheiden wir nicht mehr. Weder die Situationen, noch die Gedanken und Gefühle. Wir überlassen der Krise das Feld!

Das heißt aber auch im Umkehrschluss: Wem es gelingt, sich (wieder) achtsam mit seinem Inneren zu verbinden, hat beste Chance die Negativspirale anzuhalten und aus ihr herauszutreten.

Was braucht es, um achtsam sein zu können?

Achtsamkeit sollte nicht mit Entspannung oder einer eigenen Religion verwechselt werden.

Vielmehr ist sie eine grundlegende Einstellung dem Leben gegenüber und erfordert gewisse Geisteshaltungen.

  • Wir erfahren nichts über den Augenblick, wenn wir ihm nicht offen und neugierig begegnen. Wir können uns zum Beispiel die Frage stellen: „Was genau ist gerade außerdem noch hier, das ich nicht auf Anhieb wahrnehme?“ Wie ein Forscher, der etwas Neues entdeckt, können wir Augenblicke untersuchen, um neue Informationen zu erlangen.

  • Wenn wir uns bewusst vornehmen, wieder mehr mit unseren Herzen zu sehen, werden wir milder. Wir urteilen nicht mehr so hart – weder über uns selbst noch über andere. Nicht ohne Grund heißt es: Mit dem Herzen sieht man besser!

  • Ganz wesentlich ist auch eine grundsätzlich dankbare Haltung. Studien aus dem Bereich der positiven Psychologie haben nicht umsonst ergeben, dass das Führen eines Dankbarkeitstagebuchs wesentlich zu einer Verbesserung des emotionalen Wohlbefindens beiträgt. „Ich bin dankbar für all das gute in meinem Leben“, richtet den eigenen Blick wieder auf die Fülle und eben nicht allein auf den Mangel.

  • Anzunehmen was ist, ist sicher eine der schwersten Voraussetzungen, um Achtsamkeit zu praktizieren. Zu akzeptieren wie die Dinge vielleicht gerade liegen, unabhängig davon, ob uns das gefällt oder nicht, ist schwer. Zu verlockend ist unser Streben, gleich nach Lösungen zu suchen. „Es ist was es ist!“, können wir kaum erstmal so stehen lassen. Aber wenn wir das immer wieder üben, nehmen wir Einfluss auf unsere Reaktionen. Wir können besonnener handeln und finden so nachhaltigere Lösungen

  • Viele Meinungen und Einschätzungen haben wir ungeprüft und automatisch einfach so übernommen. Ebenso die generelle Absicht, alles überhaupt augenblicklich einordnen und somit bewerten zu wollen. Jetzt plötzlich genau damit aufzuhören, und sich auf das Nichtbewerten zu konzentrieren ist eine sehr große Herausforderung, die ehrlicherweise oft nur Fortgeschrittenen gelingt… Aber wenn der Versuch wenigstens dazu führt, dass wir den Mechanismus dahinter erkennen und beobachten, haben wir schon viel für uns gewonnen.

  • Ein Phänomen unserer Zeit ist unsere Bereitschaft, permanent nach Zielen zu streben und bei unseren Handlungen gewisse Absichten zu verfolgen. Achtsamkeit bedeutet aber genau das Gegenteil. Wem es gelingt, sich absichtslos und geduldig dem Moment hinzugeben, erfährt ein heilsames Gefühl von Erholung und tiefer Verbundenheit mit dem Hier und jetzt. Die Dinge entfalten sich oft zu ihrer eigenen Zeit. Wie heißt es so schön: Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht…

  • Wir sind Meister des Festhaltens. Leider auch von unschönen Empfindungen und Gedanken, die uns nicht guttun. Wenn wir lernen, bewusst loszulassen, schaffen wir Raum für neue, aktuellere Erfahrungen und leben im Hier und Jetzt.

  • Zu guter Letzt hilft eine gesunde Portion Humor dabei, die eigenen wenig hilfreiche Denkmuster aufzuspüren und sich so von ihnen zu lösen. Lachen befreit und versöhnt uns mit unseren manchmal ulkigen Angewohnheiten und Denkfallen.
Der erste Schritt

Achtsamkeit lernen – das kannst Du in Kursen vor Ort oder aber auch online von Zuhause aus.

Es empfiehlt sich zu Anfang unbedingt, Unterstützung zu suchen. Später, wenn Du geschult bist, wird es Dir leicht fallen, für Dich allein zu praktizieren.

Das Angebot ist vielfältig und sicher findest Du den Kurs, der auch zu Dir und Deinem Alltag passt. Denn eine grundsätzliche Voraussetzung haben alle: Damit sich die heilsame und wohltuende Wirkung Deiner eigenen Praxis entfalten kann, heißt es:  üben, üben, üben!

Ich berate Dich gerne weiter und begleite Dich auf Deinem Weg zu einem achtsameren Umgang mit Dir und Deinem Leben. 

Fazit

Die Lehre von der Achtsamkeit hat eine zutiefst heilsame und positive Wirkung. Sie erlaubt uns, uns klug um unseren Geist und Körper zu kümmern und aufmerksam auf unser Herz zu hören. 

Wir gewinnen die Möglichkeit der Kontrolle darüber, wie wir mit dem umgehen oder zurechtkommen, was innerlich und äußerlich geschieht. 

In Krisensituationen, wie zum Beispiel in einer Midlifekrise, kann praktizierte Achtsamkeit nachhaltig dabei unterstützen, den individuellen Ausweg zu finden. 

Allerdings sollte in ihr nicht das alleinige Wundermittel gegen Lebenskrisen gesehen werden. Auch eine Erwartungshaltung dahingehend, dass sie zu einer Verwandlung oder Lösung aller Sorgen und Symptome führen muss , steht einer vertieften Achtsamkeitspraxis sogar hinderlich im Weg. 

Was heißt das für Dich? 

Mache Dich auf Deinen Weg. Egal von wo aus Du startest, beginne damit, Deinen Blick wieder liebevoll auf Dich selbst zu lenken. 

Lass‘ Dich begleiten, wenn Du den Eindruck hast, zunächst noch ein paar Stolpersteine aus Weg schaffen zu müssen! Bringe auf diese Weise wieder mehr Leichtigkeit und Lebensfreude in Dein Leben! Starte durch und freue Dich auf Dich! Denn…..

„Wir sind hier, um glücklich zu sein!“ (Dalai Lama)

Herzlichst,

Deine Arlyn 

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Inneres

Das einzig Perfekte ist, nicht perfekt zu sein

Das einzig Perfekte ist, nicht perfekt zu sein

Zugegeben, angetrieben zu sein, alles richtig super machen zu wollen, kann auch Vorteile haben. 

Der Drang zu Perfektionismus kann uns das Leben aber auch ganz schön schwer machen. 

Wenn Du DIch in den folgenden Aussagen wiederfindest, könnte dieser Beitrag interessant für Dich sein….

  • Wenn ich eine Arbeit mache, dann mache ich sie gründlich
  • Ich mache nichts halbherzig, sondern gebe immer mein Bestes
  • Ich habe Mühe Leute zu akzeptieren, die nicht so genau sind wie ich
  • Ich liefere meine Arbeit erst ab, wenn ich sie mehrmals überarbeitet habe
  • Ich sollte viele Aufgaben noch besser erledigen
  • Ich kümmere mich besser auch persönlich um Kleinigkeiten
  • Ich drücke mich gerne strukturiert aus (z.B. mit 1……2…….3…….)
  • Mein Gesichtsausdruck ist wohl öfter eher ernst
  • Ich versuche die an mich gestellten Erwartungen zu übertreffen 
Was sind innere Antreiber?

Innere Antreiber sind Botschaften und verinnerlichte Lebensregeln, die unsere Entscheidungen und Verhaltensweisen häufig unbewusst beeinflussen. Inwieweit wir sie in unsere Persönlichkeit integrieren, hängt von unseren frühen Kindheitserfahrungen und Prägungen dazu ab. 

Das Konzept der inneren Antreiber umfasst fünf Verhaltensmuster:

  1. Perfektionismus („Sei perfekt“)
  2. Schnelligkeit („Beeil dich“)
  3. Anstrengung („Streng dich an“)
  4. Harmonie („Sei gefällig“)
  5. Stärke („Sei stark“)

Sie beschreiben also grundsätzlich Fähigkeiten, die uns zur Verfügung stehen können, um unsere Ziele zu erreichen. Dahinter steht insofern zunächst eine gute Absicht. 

Wie in vielen Bereichen, gilt aber auch hier: Die Dosis macht das Gift!

Wenn wir Tendenzen entwickeln, einem der Antreiber das Zepter zu sehr zu überlassen, laufen wir Gefahr ihn damit zum Regisseur des eigenen Lebens zu machen.

Gerade in Bezug auf Perfektionismus kann das gravierende Folgen für unsere psychische Gesundheit und die allgemeine Lebenszufriedenheit ausprägen.

                                                            Perfekt unter Druck gesetzt!

Menschen, die vor allem diesem Antreiber folgen, haben eine ganz bestimmte innere Haltung. Die verinnerlichte Überzeugung in allem perfekt sein zu müssen, treibt sie zu Höchstleistungen an.

Das macht sie zum einen zu zuverlässigen Experten, deren Gründlichkeit außerordentliche Arbeitsergebnisse erzielt. Was sie in die Hand nehmen, wird in der Regel auch etwas.

Zum anderen investieren sie aber unverhältnismäßig viel Zeit in die Dinge, die folglich an anderer Stelle fehlt. Sie verheddern sich und beginnen viele Arbeiten immer wieder neu, weil der eigene Anspruch das so verlangt.

Perfektionisten fehlt oftmals die Fähigkeit den Fokus auf die wesentlichen Aspekte zu behalten. Zum Beispiel wird vielleicht weniger Zeit auf den Inhalt als vielmehr auf die Form einer Präsentation gelegt. 

Der hohe Anspruch an sich spannt sich über alle Lebensbereiche. Demzufolge wird nicht nur im Beruf, sondern auch privat alles bestmöglich erledigt. 

Und weil oftmals die Überzeugung besteht, besser alles selbst zu übernehmen, werden auch keine Aufgaben delegiert.

Nach außen hin versetzen Perfektionisten ihr Umfeld deshalb regelmäßig in großes Staunen. Angesichts des Anscheins der  präsentierten Vollkommenheit, erscheinen die eigenen Fähigkeiten dagegen eher unzulänglich. 

„Erfolgreich im Beruf, blitzblank geführter Haushalt, gut erzogene Kinder und dann noch regelmäßig die Laufrunde…..Wie macht er/sie das nur?“……

Wo viel Licht, da auch viel Schatten

Wenn Perfektionisten auch vielleicht nach außen als beeindruckende Lebenskönner wahrgenommen werden können, wird dabei aber etwas Entscheidendes übersehen. 

Dem ausgeprägten Drang, alles perfekt machen zu wollen, wohnt oftmals der Vermeidungswille einer großen Angst inne. Anders als viele denken mögen, beruht das Verhalten nämlich keineswegs auf einer freien Entscheidung.

Jeder gemachte Fehler hat direkten Einfluss auf den Selbstwert. Unterschwellig werden Menschen, bei denen dieser Antreiber besonders ausgeprägt ist, von dem Gefühl begleitet, als Person nicht zu genügen, wenn sie nicht immer ihr Bestes geben. 

Deswegen darf unter keinen Umständen etwas schiefgehen. Perfektionisten spielen im Vorfeld mögliche Szenarien durch, um vorbereitet zu sein. Nichts wird dem Zufall, und damit einem eventuellen Scheitern, überlassen. 

An diesem Punkt wird deutlich wie anstrengend die destruktive Seite dieses Antreibers wirken kann. Das Leben ist stets im Wandel und eben nicht immer vorhersehbar. 

Ein weiterer Gedanke, warum es erstrebenswert sein kann, sich aus dem Würgegriff des „mach’s perfekt“ zu befreien, ist die eigene Lebensqualität.

Ein zu hohes Maß an Selbstdisziplin ist der Feind für Ausgelassenheit und Spontaneität. Wenn alles Streben unter das Ziel geordnet wird, alles sogar besser als optimal umzusetzen, ist keine Zeit auch einmal „Fünfe gerade sein zu lassen“.  

Das ist aber das, was unsere Seele auch von Zeit zu Zeit benötigt. Einfach nicht immer nur zu „leisten“, sondern mit Wonne auch mal herrlich unperfekt sein zu dürfen und das Leben in vollen Zügen zu genießen – gerade auch in der Unvollkommenheit.

                                                          Die eigenen Ketten lösen

Mal ehrlich, so ein bisschen perfekt ist ja gar nicht so ganz verkehrt, oder …? So ganz will man ihn ja gar nicht verteufeln, den Unhold der Perfektion. Aber so völlig losgelassen, richtet er eben doch eher Schaden an, als  dass er uns hilfreich zur Seite steht. 

Neben einer möglichen Überforderung, die schon so manchen in Richtung Burn-Out geschubst hat, trennt er uns einfach von einer liebevollen Verbindung zu uns selbst. 

Für alle Eltern unter uns, sei auch der Gedanke erwähnt, dass wir ja nun in dieser Rolle ebenfalls prägen. Wer möchte schon, dass sein Kind die eigenen wenig hilfreichen Denkmuster übernimmt?! Vielmehr wünschen wir uns doch, unseren Kindern Vorbild für ein möglichst gelingendes Leben zu sein.

Wie können wir also den destruktiven Anteil des inneren Antreibers „sei perfekt“  bestimmt, aber nicht abwertend in seine Schranken verweisen?

                                                        7 Tipps zur Selbstfürsorge

  1. Entdecke die Quelle. Woher glaubst Du, hast Du diese besondere Prägung? Wann hast Du das erste Mal besondere Anerkennung für eine außerordentliche Leistung bekommen? Was hat das mit Dir gemacht? Und was bedeutete das für Dein weiteres Leben?

  2. Wertschätze die gute Absicht dieses inneren Antreibers. Freue Dich über Deine Begabung, Dingen den Hauch der Vollkommenheit verleihen zu können. Was hat er Dir auch ermöglicht?

  3. Erweitere Deine Überzeugung.  Baue Dir sogenannte Erlaubnissätze in Dein Bewusstsein:

    • Du bist gut genug wie Du bist!“
    • „Du darfst Fehler machen, daraus kannst Du lernen!“
    • „Andere dürfen auch Fehler machen!“
    • „Sei nicht perfekt, aber dafür Du selbst!“

  4.  Trainiere im Alltag. Sage Dir diese Sätze abends und morgens selbst auf. Vielleicht erinnerst Du Dich mit einem Post-it am Spiegel daran? Manchen nützt auch ein „Anker“ in der Hosentasche, um sich tagsüber immer wieder daran zu erinnern. Das kann zum Beispiel eine kleine Figur oder ein Stein sein (sehr hilfreich, wenn er einen Makel aufweist…eben unperfekt ist!)

  5. Nimm es leicht und humorvoll. Gerate jetzt nicht in die Umkehrfalle. Versuche nicht perfekt unperfekt zu werden! Sei nachsichtig mit Dir und gönne Dir ein Schmunzeln über Dich selbst, wenn Du Dich wieder in einer einschlägigen Situation wahrnimmst. Es wird Zeit brauchen, dieses Muster zu lösen.

  6. Erlebe neue Momente, in denen Dir eine Veränderung geglückt ist, ganz bewusst. Koste es aus – das neue Gefühl der Freiheit und bleibe neugierig, was es bewirkt!

  7. Sei gut zu Dir und nimm (wieder) Verbindung zu Dir auf. Hier helfen Achtsamkeitsübungen, über die Du Dich vielleicht auch von einer ganz neuen Seite kennenlernen darfst. 

Innere Antreiber lotsen uns durch unser Leben und meinen es gut mit uns. Manchmal geraten sie dabei in Übereifer und es liegt dann an uns, dies zu korrigieren. 

In einem Coaching erfährst Du mehr über Deine inneren Antreiber und wie Du Dich mit ihnen hilfreich verbinden kannst.  

Mache Dich auf Deinen Weg zu mehr Lebensfreude und Selbstbestimmung. 

Herzlichst,

Deine Arlyn 

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Gemeinsames

Letzter Ausweg Ehebruch?! Alternativen…

Letzter Ausweg Ehebruch?! Alternativen…

Vermutlich gibt es Seitensprünge so lange wie die Menschheit selbst.

Studien zu diesem Thema gibt es jedenfalls in Hülle und Fülle. Sicherlich nicht ohne Grund. Mit dem Begriff Untreue verbinden wir alle einen persönlichen Bezug. Sei es, weil bereits am eigenen Leib erfahren, oder weil man es mittelbar bei jemanden miterlebt hat. 

Die Folgen sind überwiegend bekannt: Das Fremdgehen hinterlässt eine Schneise von tiefer Trauer und Schmerz. 

Es gibt viele Motive, die Menschen zur Untreue inspirieren können. Die Muster sind dabei vielfältig und weit vielschichtiger als man annehmen könnte.

Hauptgründe für das Fremdgehen

Folgende Hauptgründe konnte ein Team um Dylan Seltermann (University of Maryland) in einer Studie ausmachen:

  • Wut auf den Partner
  • Herabgesetztes Selbstwertgefühl
  • Fehlende Liebe
  • Geringe Verbindlichkeit
  • Bedürfnis nach Abwechslung
  • Vernachlässigung
  • Sexuelles Verlangen
  • Situative Umstände (ohne Planung oder Absicht)

Aber gibt es auch Altersphasen, in denen das Fremdgehen verbreiteter auftritt, als in anderen?

Die Antwort darauf liefert mit einem eindeutigem Ergebnis wiederum eine Studie (University of New Hampshire). Danach sind es Männer ab dem 55. und Frauen ab dem 45. Lebensjahr, die am häufigsten fremdgehen.

Die Lebensmitte als Beziehungsexit?

Was macht diese Altersphase so anfällig für Seitensprünge? Ein Erklärungsversuch:

In der Mitte des Lebens ereilt viele Männer und Frauen eine generelle Identitätskrise. Das bisherige Leben wird in vielen Belangen in Frage gestellt. Was erwarte ich eigentlich noch von meinem Leben? Will ich so weitermachen wie bisher? 

Die großen Entscheidungen sind bis hier hin meistens alle schon getroffen (siehe Blogbeitrag: Warum und wie sich Lebensziele verändern). Es fühlt sich alles nach Stillstand an.

Das Leben verläuft ruhig. Zu ruhig für manche! Erinnerungen an aufregendere Zeiten von früher wecken Sehnsüchte. Wann erlebe ich mal wieder etwas wirklich Spannendes???… 

Verpasste Chancen werden reflektiert, sowohl beruflich als auch privat. Was wäre gewesen, wenn…? Derartige Grübeleien im Konjunktiv verschärfen die Unzufriedenheit mit der Ist – Situation.

Ein Gefühl lähmender Endgültigkeit begräbt das eben noch Bewährte unter einem grauen Schleier. Von dem alten Funkeln ist nur noch ein Funktionieren übriggeblieben. So zumindest scheint es. Der Wunsch nach Veränderung wird übermächtig. 

In den Seitensprung zu flüchten, kann jetzt verlockend erscheinen. Radikal wird so für prickelnde Abwechslung gesorgt. In der Parallelwelt erscheint das Menschsein in all seinen Facetten mit einem Mal wieder auslebbar. Das Selbstwertgefühl steigt an. 

Ob man nun erobert oder erobert wird, man wird spürbar zum Mittelpunkt der Welt für jemanden. Zumindest vorübergehend….Endlich erfährt man wieder die schmerzlich vermisste Aufmerksamkeit. Es tut sich wieder etwas im eigenen Leben. 

Worum geht es wirklich?

Fremdgeher sind in dieser Phase erfahrungsgemäß nicht wirklich auf der Suche nach einem neuen Partner. Das ist sicher auch der Grund dafür, dass Affären zumeist nicht lange anhalten. Vielmehr ist es eher die Suche nach sich selbst. 

Nicht selten  öffnet erst der Seitensprung die Augen für das, was man im Begriff ist, aufzugeben. Reumütig und schuldbewusst wird nicht selten wieder an die gemeinsame Tür geklopft. 

Wenn es aber so weit gekommen ist, haben beide Partner bereits mit gravierenden Folgen zu kämpfen. Nichts ist mehr wie vorher und der ultimative Vertrauensbruch gräbt tiefe, schmerzhafte Wunden. Die Paare stehen vor den Scherben ihrer gemeinsamen Zeit. 

Ob die Affäre dann jeweils das Ende der Beziehung bedeutet, hängt vom Einzelfall ab. 

Wie das Unheil abwenden?

In jedem Fall nicht abwarten, bis es zu spät ist!

Untreue überfällt uns nicht wie ein Hagelsturm inmitten eines Gewitters. Oftmals kündigen „dunkle Wolken am Beziehungshimmel“ an, dass sich die Großwetterlage gerade verändert. Hier kann man durchaus noch aktiv werden. 

                      7 Anregungen, was Paare in Krisenzeiten füreinander tun können: 

  1. Annehmen was ist: Nehmt die Krise ernst und übernehmt die Verantwortung für diese Lebensphase. Sie einfach abzutun, wegzuschieben oder zu unterdrücken löst das ungute Gefühl nicht einfach auf. Teilt Euch mit und andersherum, hört Deinem Partner zu. Sei aufmerksam und nimm Dir Zeit dafür.

  2. Aufgeschlossen sein: Versuche Vorschlägen oder Ideen gegenüber offen zu sein. Mauere nicht gleich dagegen. Indem Du Deinen Partner kritiklos aussprechen lässt, erleichterst Du es ihm, über seine Wünsche zu sprechen. Das fällt Partnern langjähriger Beziehungen ohnehin nicht leicht. Drücke Deine Anerkennung aus. Sicher kann das schmerzhaft sein, aber so bleibst Du im Austausch und aktiv beteiligt.

  3. Vermeide Grabenkämpfe: Jeder hat seinen eigenen Standpunkt und jeder hat vielleicht einen anderen Punkt im Leben, an dem er oder sie gerade steht. Ein konstruktiver Austausch kann gelingen, wenn jeder nur für sich und seine Sicht auf die Dinge spricht. Eine gute Kommunikation kann hier Berge versetzen. Bleibe beim „ich“ nicht beim „Du“!

  4. Freiräume gewähren: Wer gerade mit sich und allem hadert, möchte sich vielleicht zurückziehen und sortieren. Hierbei unterstützt zu werden, ist ein großer Vertrauensbeweis, der sich auszahlen kann.

  5. Anlass nutzen: Krisen kommen selten gut gelegen. Aber wer die Veränderungsstimmung des Partners zu nutzen weiß, kann auch selbst ein gutes Stück vorankommen. Nimm es als Anlass, den eigenen Lebensentwurf auch noch einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht entdeckst auch Du neue Entfaltungsideen, die Deinem Leben eine belebende Richtung geben. 

  6. Spurensuche: Nichts verbindet so nachhaltig wie geteilte Erlebnisse mit den damit verbundenen Emotionen. Seid kreativ, wagt etwas Neues. Ob ein anderes Hobby, eine neue Sportart, ein Tanzkurs oder eine alternative Art zu reisen – begebt Euch gemeinsam auf neues Terrain. Verlasst Eure Routinezonen! Ihr könnt auch anders, wenn Ihr mögt….Lenkt Euren Blick auf all das Positive zwischen Euch.

  7.  Gemeinsam wachsen: Ein  Paar, das sich auch in unruhigen Zeiten dafür ausspricht, weiterhin gemeinsame Wege einzuschlagen, hat große Chancen auf einen zweiten Frühling. Die Bereitschaft anzutreten und aktiv an Veränderungen mitzuwirken, schweißt zusammen und beeindruckt. 

Wir alle können in Krisen geraten und das Leben ist stets im Wandel. Gerade Partner können sich in turbulenten Zeiten gegenseitig stabilisieren. Wer bereit ist, erstmal in das Bestehende zu investieren, als es vorschnell aufzugeben, kann die eigene Lebensqualität erheblich steigern. 

Mit Unterstützung geht es leichter!

Zu erkennen, dass man sich gerade in einer Art Krise befindet ist das eine. Diese richtig einzuordnen und dann daraus noch die zielführenden Schritte einzuleiten, das andere.

Die gute Nachricht: Ihr müsst da nicht alleine durch! Die kompetente Unterstützung eines Coachs kann Euch helfen, Euch zu orientieren und Klarheit zu erlangen.  Zögert nicht! Die neutrale Distanz eines Dritten eröffnet vielleicht auch Euch eine neue Blickrichtung.

„Die Erfahrung lehrt uns, dass Liebe nicht darin besteht, dass man einander ansieht, sondern, dass man gemeinsam in gleicher Richtung blickt.“ (Antoine de Saint – Exupery)

Herzlichst,

Eure Arlyn 

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Wenn sich das Nest leert und das Herz rebelliert

Wenn sich das Nest leert und das Herz rebelliert

Es traf mich wie ein Blitzschlag – plötzlich war ich wieder auf unserer Insel. Türkises Wasser, angenehmer Wind und überall Palmen. Die offene Terassentür des kleinen vertrauten Ferienhauses und der besondere unverwechselbare Meeresduft, der unseren alljährlichen Sommerurlauben diese besondere Note gab.                 

So unendlich viele schöne Momente mit der Familie. So unendlich viele…. unwiederbringlich…. Erinnerungen auf Polaroid und in meinem Herzen.

 Es war eine der Rückreisen, als wir endlos lange am Flughafen warten mussten, als Sophie (* Name geändert) aus Langerweile diesen Aufkleber der Fluggesellschaft auf ihren Alukoffer klebte. Ich erinnere mich als wäre es gestern gewesen….Drei rote Buchstaben auf blauem Grund…

Auf genau den Alukoffer, dessen verkeiltes Rollrad jetzt – Jahre später – gerade mit einem unangenehmen Klackern über die Gehwegplatten unserer Einfahrt Richtung Umzugswagen gezogen wurde.

Im Nachhinein ist es immer diese Szene, die mir in den Sinn kommt, wenn ich an Sophies Auszug denke.

Viele Wochen sind seit diesem Tag vergangen und eine neue Routine sucht noch immer ihren Weg in meinen, unseren Alltag.

Wenn es nur nicht so still wäre im Haus!….

Sophie war viel unterwegs zuletzt – das schon, aber ihre Lebendigkeit und ihr sonniges Wesen füllten auch dann unser Heim, wenn sie nicht anwesend war. Am Anfang hat sie noch häufig angerufen und die vielen neuen Eindrücke sprudelten nur so aus ihr hervor. Mit der Zeit nimmt es aber spürbar ab und zumindest ihrerseits ist die Abnabelung offensichtlich gut geglückt.

Immer wieder stimme ich meinen lieben Freundinnen innerlich zu, die mir zu der bemerkenswerten Selbständigkeit meiner – unserer – Tochter gratulieren. Nein, was für ein großes Glück…..Du kannst soooo stolz sein….Und dann gleich einen begehrten Studienplatz ergattert….sogar an der gewünschten Uni….Und WG-Zimmer auch noch gefunden nebst Nebenjob?!…Ja, was will man denn da mehr?!……Du musst die stolzeste Mutter weit und breit sein….Du Glückliche!!!!…..

Mein Verstand stimmt dem vollkommen zu, fühlt sich auch auf angenehme Weise geschmeichelt. Pflichtschuldig setze ich dann immer eine dankbare Miene auf. Aber das Gefühl dazu will und will sich einfach nicht einstellen. Ich spüre weiterhin einen dumpfen Schmerz in der Brust und noch immer krampft sich alles in mir zusammen, wenn ich an Sophies Zimmer vorbeigehe. Ich fühle mich regelrecht verlassen….

Zunächst habe ich gedacht, ach das wird schon werden. Es braucht im Leben nun mal alles seine Zeit – aber nun fehlt mir allmählich nicht nur meine Tochter, sondern eigentlich meine komplette Lebensfreude und Leichtigkeit. Ich möchte mich abfinden mit dem Unabänderlichen, aber wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht, was ich mir stattdessen wünsche. Das macht mir Angst!

Freu Dich doch – jetzt hast Du Zeit die Dinge zu machen, die Du möchtest. Du musst Dich nach niemandem mehr groß richten und Du kannst tun und lassen, wonach Dir der Sinn steht. Das Buffet des Lebens hat für Dich aufgetischt: Bedien‘ Dich!….

Etwa so lauten die gutgemeinten Ratschläge meiner Freundinnen und ich spüre nichts außer einer tiefen Leere.“*

(* genehmigter Auszug aus den Schilderungen einer Klientin, Troisdorf 2021)

Wenn Eltern, insbesondere Mütter nach dem Auszug der Kinder in eine ausgeprägte Gefühlslage von Einsamkeit und Trauer geraten, sprechen Psychologen von dem sogenannten „Empty-Nest-Syndrom“ (Leeres-Nest-Syndrom).

In besonderen Fällen kann sich aus dieser Sinnkrise eine Depression ausbilden, welche in dem Fall ärztlicher Betreuung bedarf.

Damit es nicht so weit kommt, ist es hilfreich, diese Phase frühzeitig mit all den darin aufkommenden Emotionen bewusst anzunehmen und sich damit aufmerksam auseinanderzusetzen.

Jetzt ist kein Platz für „aufgesetztes Heldinnentum“ oder „guter Miene zum bösen Spiel“. Jetzt geht es darum zuzulassen, was ist und behutsam zu erforschen, wie es in dem neuen Lebensabschnitt weitergehen könnte. Oftmals haben Betroffene es über die Jahre der Kindererziehung schlichtweg verlernt, sich und die eigenen Bedürfnisse wieder in den Blick zu nehmen. Das kann sehr befreiend und spannend sein!!

Eine Anleitung zum Loslassen gibt es leider nicht! Aber es gibt viele bewährte Anregungen, die die Anpassung an diesen nächsten wichtigen Lebensabschnitt für alle Beteiligten deutlich leichter machen!

Und auch wenn das Umfeld unterstützen und trösten möchte, ist es doch häufig die neutrale Distanz eines begleitenden Coaches, die den Durchbruch bringt.

Deswegen…halte es mit Hermann Hesse und entdecke den Zauber Deines Neuanfangs….

Herzlichst,

Deine Arlyn 

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Lebensmitte – wenn Schuhe nicht mehr glücklich machen…

Lebensmitte – wenn Schuhe nicht mehr glücklich machen…

Ja, das klassische Klischee trifft auch auf mich zu: wenn es mir nicht gut geht und ich mich nach einer Veränderung sehne, können mir neue Schuhe sehr zuverlässig weiterhelfen! Sie machen mir einfach Freude und bestärken mich wieder in meiner Weiblichkeit. 

Ein bisschen Seelenbalsam und Stimmungsaufheller zugleich. Dabei gilt stets, je deprimierter ich mich im Vorfeld fühle, umso knalliger fällt meine Wahl aus. Wer in meinen Schrank schaut, erkennt meine Frustkäufe auf den ersten Blick….

Midlife? Ich doch nicht!                                                          

Seit wann das nun nicht mehr funktioniert, kann ich gar nicht so genau sagen. Und es sind vor allem noch weitere Aspekte, die mir immer öfter schlechte Laune machen.

Ich komme nicht umhin, mir eingestehen zu müssen, dass es wohl doch mit meinem Alter zusammenhängt. …Vergangenen Monat habe ich meinen 45. Geburtstag gefeiert – mal ehrlich, das ist doch aber noch kein Alter!…

Midlife….Ich lese hier und da in den Zeitschriften in Wartezimmern darüber. Eigentlich eher belustigt über die dort überzeichneten Schilderungen. Übergewichtige Politiker, die nun ihren zweiten Marathon feiern, unfassbare Typveränderungen von Frauen in den mittleren Jahren. Die Vor – und Nachteile von Botoxbehandlungen neben dem Artikel über gehörnte Ehefrauen, deren Partner nach 25 Jahre Ehe mit der 25 jährigen Sekretärin ein Verhältnis unterhalten….Das ist doch alles nur Klatsch und Tratsch…

All das hat nichts mit mir zu tun. Und trotzdem kreisen meine Gedanken…

Ich fühle mich ganz und gar nicht alt! Allerdings irgendwie auch nicht mehr wie früher,  als das Leben noch mit all seinen Möglichkeiten vor mir lag. Irgendwie so dazwischen…

 Neues vom Körper….                                                          

Mein Körper verändert sich. Nicht in beängstigender Weise, nein das nicht, aber eben doch spürbar!

Ich lege neuerdings meine Brille ab, um besser lesen zu können und meine Haare werden auffallend weicher. Meine Friseurin musste sich etwas einfallen lassen. 

Was mich  schon sehr stört abends, ist der Abdruck der Sockenbündchen oberhalb der Knöchel. Ich bin noch immer schlank und auf meine straffe Haut war ich immer besonders stolz….- nun gibt sie nach…das ist neu. Verflixt!

Hormonell muss ich mich offenbar auch daran gewöhnen, dass von nun an nichts mehr so bleibt, wie es mal war.  Aber es heißt ja auch nicht umsonst „Wechsel“ – Jahre….Ein Traum!

An den zunehmenden Fältchen um die Augen habe ich hingegen nichts auszusetzen. Meine Mutter sagte immer: Jede Falte ist eine Zeichnung Deines Lebens und jede Lachfalte steht für einen besonders schönen Moment!

Und ja stimmt! Ich kann auf viele sehr schöne Erlebnisse zurückblicken…Und das tue ich auch unbewusst immer häufiger – das Zurückblicken! Das ist es ja! 

Irgendwie denke ich viel häufiger an das gestern…

Midlifekrise – So geht das doch nur im Film! 

Beinahe schmerzhafte Wehmut überkommt mich, wenn ich die Babyfotos meiner Kinder anschaue. Ebenso wenn ich Bilder von meinem Mann und mir in den Händen halte. Wo ist die Zeit geblieben und was ist aus unseren vielen Träumen geworden? Wir hatten so viele….

Jetzt ist alles gelaufen. Oder?….. Die Kinder sind soweit aus dem gröbsten raus und unsere Doppelhaushälfte so gut wie bezahlt. Unsere Jobs sind noch immer die gleichen. Das Leben plätschert so dahin wie ein breiter, sehr langsamer Fluss…… (Noch) besser wird’s wohl eher nicht…..

Ich halte mich selbst für undankbar, weil ich mich – um in dem Bild zu bleiben, nach einer Stromschnelle oder Wildwasserbahn sehne… Der Alltag ist zwar schon anstrengend und ich fühle mich oft sehr erschöpft.  Aber dieses immer gleiche Routine lähmt mich zunehmend.

Wenn ich mir aber die Frage stelle, was soll denn da jetzt noch kommen, fällt mir nicht viel Gutes ein…Das macht mich ratlos und unzufrieden!

Und da mich – nochmal salopp gesprochen, Schuhe zu kaufen auch nicht mehr glücklich macht, begnüge ich mich damit, anderen dabei zuzuschauen, wie sie ihre Midlifekrisen meistern.

Entsprechende Fernsehformate zum Abtauchen gibt es ja in Hülle und Fülle: Die Hausfrau, die noch einmal das Ruder dreht, eine Ausbildung zur Kosmetikerin macht und schließlich ihren Salon eröffnet. Oder die Büroangestellte, die mutig alles hinwirft, um allen guten Ratschlägen zum Trotz erfolgreich ihre kleine Modeboutique zu eröffnen. Auch mit der betrogenen Ehefrau, die es ihrem Mann zeigt und allein von vorne anfängt, solidarisiert man sich auf Anhieb!

Aber das bleibt Filmkulisse.

Das Leben der Anderen bleibt das Leben der Anderen und meines ist im Wesentlichen schon gelaufen….

Denn mal ernsthaft, was könnte ich schon mit bald Ende Vierzig noch einmal verändern, damit ich mich in der zweiten Lebenshälfte besser oder anders fühle?!…..

Ich möchte weder meinen Mann verlassen, noch meine Kinder aus ihren gewohnten Abläufen herausreißen. Die wirklich großen Entscheidungen sind doch schon gelaufen…. Auch habe ich mich an die regelmäßigen Einkommen gewöhnt. Jetzt noch einmal neu beginnen, ist doch albern.

Rien ne va plus – nichts geht also mehr…?! “ *

(* genehmigter Auszug aus den Schilderungen einer Klientin)

Midlifekrise oder nur schlechte Laune?

Die gefürchtete Midlifekrise kann viele Gesichter haben. Betroffene können diese Phase völlig unterschiedlich erleben.  Aber nicht jede schlechte Gemütslage sollte gleich zu einer Krise erklärt werden.

Wenn Du mehrere der typischen Krisenmerkmale bei Dir feststellst, könnte es sich aber um mehr als nur schlechte Laune handeln:

  • Sich abgehängt fühlen: Hast Du den Eindruck, dass Du  irgendwie den Anschluss verloren hast und allseits von jüngeren überholt wirst?

  • Pessimismus: Besser wird es nicht mehr und von jetzt an geht es nur noch abwärts? Hast Du das Gefühl, schon die beste Version und den Höhepunkt Deines Lebens erlebt zu haben?

  • Unzufriedenheit: Alles fühlt sich nach Stillstand an? Du ziehst beruflich als auch privat Bilanz und wünscht Sir eine spürbare Veränderung? Haderst Du mit bereits getroffenen Entscheidungen?

  • Sorgen/Ängste: Du vermutest, dass jede künftige Veränderung mit einer Verschlechterung oder einem Unheil verbunden sein wird? Gesundheitliche Bedenken und Zukunftssorgen rücken vermehrt in Dein Blickfeld?

  • Innerer Kritiker: Vergleichst Du Dich und Deinen Lebensentwurf häufig mit denen Anderer und fühlst Dich dabei in Deinem Selbstwert gemindert? „Was habe ich schon erreicht in meinem Leben?“

  • Körperbewusstsein: Belasten Dich zunehmend altersbedingte Veränderungen? Verspürst Du den Drang, bewusst etwas dagegen zu unternehmen? Kannst Du Dich (noch) annehmen, wie Du bist?

  • Grübeleien: Bemerkst Du bei Dir häufiger ziellose Gedanken über den Sinn Deines Lebens und dem Wunsch daraus auszubrechen? Rückt die noch verbleibende Zeit immer mehr in Dein Blickfeld? „Was erwarte ich eigentlich noch von meinem Leben?“

Die Lebensmitte ist für viele von uns eine Umbruchzeit, in der wir unsere Identität noch einmal neu definieren können.  Als Phase der noch guten Chancen, läd sie uns zu einer Neuausrichtung ein.

Entscheidend dafür ist zunächst, dass wir die Dinge beim Namen nennen. Wer sich den „unguten“ Gedanken und Gefühlen widmet, die sich heimlich eingeschlichen haben, kann Veränderungen einleiten.

So nimmt man der Krise den Beigeschmack der Katastrophe und verbindet sich wieder liebevoll mit sich selbst.

Die gute Nachricht: Du musst da nicht alleine durch! Lass‘ Dich auf Deinem Weg zu Deiner Strategieanpassung unterstützen. Ob Du dafür Dein persönliches Umfeld einspannst, oder eher die kompetente Begleitung eines erfahrenen Coach bevorzugst, bleibt Dir überlassen. Wichtig ist, dass Du Deinen Blick in eine zukunfts – und lösungsorientierte Richtung lenkst und auf diese Weise  wieder in guten Kontakt mit Deinen Bedürfnissen gelangst.

Denn die wohl glücklichste Zeit unseres Lebens ist die, in der wir realisieren, was uns glücklich macht und einfach danach leben. Die Lebensmitte eignet sich dafür besonders gut, sofern wir diese große Chance auch entdecken und als solche annehmen.

Du bist herzlich eingeladen, Dich auf Deinen Weg zu machen und dann voller (Vor)Freude und Zuversicht in die zweite Lebenshälfte aufzubrechen. Sei mutig und mache den ersten Schritt!

Vereinbare doch einfach Deinen Termin für ein unverbindliches und für Dich kostenfreies Erstgespräch. Ich freue mich, von Dir zu hören.

Herzlichst,

Deine Arlyn 

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Alte Verletzungen bestimmen unsere Blickrichtung

Alte Verletzungen bestimmen unsere Blickrichtung

Heute wird es mal persönlich!…

Wenn wir uns anschauen, wie weitreichend die Auswirkungen unserer frühkindlichen Prägungen sind, komme ich immer wieder ins Staunen. Leider machen wir uns diese Programme, die wir da mit auf den Weg bekommen haben, viel zu selten bewusst. Wir handeln zwar danach und wundern uns über die immer gleichen Stolpersteine in unserem Leben, aber nehmen es überwiegend doch einfach so hin. „So ist das eben!“ sagen wir uns und seufzen einmal tief…

Meine Schwester und ich…

Ich habe eine Schwester, die knapp fünf Jahre älter ist als ich. Schon meine Ankunft auf dieser Welt lehnte sie mit allem ab, was ihr in den jungen Jahren so zur Verfügung stand. Und glaube mir, das war einiges!

Sie zeigte wohl von Anfang an sehr deutlich ihre zutiefst ausgeprägte Abneigung gegen die Vorstellung, ihre Eltern von nun an teilen zu müssen. Die Rebellin in ihr war geboren und fortan gab es etliche Kleinkriege, die von ihr angezettelt wurden. Ich glaube bis heute ist dieser Teil in ihr sehr aktiv und steht ihr oft im Weg. Aber das betrifft ihre Prägung und ihre Geschichte, die hier nicht erzählt werden soll.

Vielmehr möchte ich von meiner berichten und wie diese bis zum heutigen Tag, bis zu diesem Moment, in dem ich an meinem Schreibtisch sitze und diese Zeilen schreibe, fortwirkt und mich – wenn ich nicht aufpasse! – am Glücklichsein hindert.

„Mich hat keiner gefragt, ob ich eine Schwester haben wollte!“

Später, als wir schon etwas älter waren, und diverse familiäre Eskapaden durchschritten hatten, wurde gelegentlich leichthin darüber gewitzelt, wie anstrengend doch diese ersten Jahre waren. „Ja, das ist wahr.“, erzählte meine Mutter dann, „Deine Schwester hat einmal versucht, Dich mit einem Kissen ins Jenseits zu befördern. Aber da warst Du noch ganz klein und wir kamen rechtzeitig hinzu!… Und einmal, ich kann mich gut erinnern, als wäre es gestern gewesen, Du hieltest gerade Mittagsschlaf (was wir immer zur eigenen Erholung sehr begrüßten!), baten wir sie die Musik leiser zu stellen… Sie sah mir in die Augen, als sie im gleichen Moment den Lautstärkenregler bis zum Anschlag aufdrehte!…Ja ja, so ist das gewesen!“ und es wurde weiter Kaffee getrunken und geplaudert.

Was in diesen Schilderungen recht überdeutlich zum Vorschein kam, erlebte ich selbst in meinen ersten Jahren auf viel subtilere Art. Ihre Ablehnung, die sich in manchen Phasen sogar bis hin zu regelrechtem Hass mir gegenüber steigerte, bescherte mir viele angstvolle und panische Momente. Über einen sehr langen Zeitraum war ich die Zielscheibe für ihre permanenten Anfeindungen, Beschimpfungen und leider auch tiefgehenden Erniedrigungen.

Meine Eltern litten selbst sehr unter dieser offenkundigen Haltung, konnten ihrer auch in anderer Hinsicht unheilvollen Entwicklung aber nichts entgegensetzen. Sie waren schlichtweg überfordert und es war zu der damaligen Zeit einfach noch nicht üblich, sich in diesen Dingen Hilfe zu suchen. Ich weiß meine Schwester hatte sicherlich aus ihrer  Sicht gute Gründe, weshalb sie nur in diesem Verhalten einen Ausweg für sich sah…Aber wie gesagt, das betrifft ihre Geschichte. Wir alle erleben unsere Kindheit in dem System Familie individuell.

Es war nicht die Zeit für Krisenmanagement

Es war die Zeit von Peter Weck und Ich heirate eine Familie. Es herrschte einfach allseits eine große Sehnsucht nach Harmonie und „heiler Welt“-Stimmung. Schwierigkeiten wurden lieber klein gehalten und innerhalb der Familie gelöst. Die Generation meiner Eltern ist selbst in eine Zeit geboren, in der es zunächst um andere Dinge ging, als um den achtsamen Umgang mit Bedürfnissen und Konflikten. Woher sollten sie es also beherrschen? Und dafür haben Sie es gut gemacht und vor allem, in Liebe und nach bestem Wissen und Gewissen.

Irgendwann war ich ihr körperlich überlegen und schaffte es in einem mir unvergesslichen Moment, mich ihr gegenüber zu behaupten und abzugrenzen. Aus Rücksicht möchte ich dieses Ereignis hier nicht näher beschreiben. Entscheidend ist, dass das der Moment war, in dem ich meine Selbstwirksamkeit das erste Mal ganz bewusst wahrgenommen habe. Das war mit 14 Jahren!

Ich machte mich auch sonst auf meinen Weg. Das Leben ging mir von der Hand und ich hatte eine recht gute Zeit. Unsere Familie funktionierte nicht weniger gut als viele andere Familien dieser Zeit auch. Es gab immer mal wieder Spannungen, aber wir rauften uns zusammen und hatten irgendwann eine allgemeine Gebrauchsanweisung, die uns half, Zusammenkünfte möglichst unbeschadet und friedlich abzuhalten. Die Jahre vergingen.

Das Verhältnis zu meiner Schwester veränderte sich immer mal wieder. Wir hatten intensivere Phasen des Kontakts aber dann auch wieder jahrelang gar keinen. Es gab auch weiche, zarte Momente und Gespräche, die an der Oberfläche dessen kratzten, was wir beide so eisern unter Verschluss zu halten versuchten: Die ersten Jahre als Geschwister.

Erwartungen und Sehnsüchte auf der einen Seite, Verletzungen und Mangel auf der anderen Seite. Es war stets der Tanz auf dem Vulkan, ohne Vorwürfe und ohne Bewertungen zu kommunizieren. Das ist es manchmal noch bis heute!

Meine eigenen Stolpersteine

Da Du jetzt einen kleinen Einblick in meine frühe Kindheit hast, möchte ich Dir auch nicht vorenthalten, welche Folgen sich daraus für mich ergeben haben.

Vielleicht kann ich Dir damit verdeutlichen, wie unendlich wertvoll es für das eigene Leben sein kann, wenn man sich mit seiner eigenen Geschichte achtsam und liebevoll auseinandersetzt. Dafür gibt es keinen geeigneteren Zeitpunkt, als immer genau jetzt

Ich hatte auch das Glück in einer kompetenten Begleitung meine wiederkehrenden Stolpersteine und deren Ursachen sorgfältig aufzuspüren. Nachdem ich sie verstanden habe, durfte ich Strategien erlernen, sie in Liebe gehen zu lassen und stattdessen mit hilfreicheren Überzeugungen zu überschreiben.

Das hat viel Frieden und Heilung in mein Herz einziehen lassen.

Denn dass ich noch an den alten Verletzungen und Ängsten der frühen Kindheit zu knabbern hatte, war mir so nicht bewusst und zeigte sich im Alltag in ganz anderen Zusammenhängen.

Zum Bespiel im Perfektionismus. Jahrelang war ich nahezu in allen wesentlichen Bereichen meines Lebens von der inneren Überzeugung angetrieben, alles absolut gewissenhaft und möglichst perfekt machen zu müssen. Schon früh brachten mir herausragende Schulnoten die zuverlässige Anerkennung meiner Eltern. Ich brachte somit den Beweis ein, dass die Annahme meiner Schwester, ich wäre besser nicht auf dieser Welt, nicht stimmen sollte. Das mich diese Art zu leben aber an den Rand der Erschöpfung brachte, erkannte ich erst sehr viele Jahre später. Gleichzeitig vertiefte sich dadurch der Graben zwischen uns und ich zog Ihren Zorn und ihre Ablehnung nur noch mehr auf mich.

Eine weitere Ausprägung, die ich erst später über mich erfuhr, betraf den Umgang mit Freundinnen. So eine richtig beste Freundin hatte ich eigentlich nie und wenn sie etwas Derartiges anbahnte, witterte ich überall Gefahr und blieb zur Vorsicht eher distanziert. Ich hatte gelernt alles mit mir allein auszumachen. Wo andere vielleicht gemeinsam im Pyjama die ersten relevanten Themen teilten, zog ich es vor, mich besser nicht anzuvertrauen. Das hat mich zwar nicht nachhaltig belastet, aber aus heutiger Sicht hätte ich sicherlich etwas freier und glücklicher agieren können. Ich hatte einfach nicht, gelernt zu vertrauen. Das habe ich nachgeholt! 

Außerdem begleitete mich jahrelang unbewusst der hinderliche Glaubenssatz: „Du störst, bist unerwünscht – und es gibt keinen guten Grund dafür, dass es Dich gibt!“

Folglich blieb ich lieber für mich.

Guter Grund, sich auf den Weg zu machen sind eigene Kinder!

Ein letztes Beispiel möchte ich anbringen, welches nochmal unterstreicht, dass es nie zu spät ist, sich auf den Weg der Heilung zu begeben. Auch und gerade im Interesse Dritter…

Ich habe zwei Kinder im Abstand von zwei Jahren. Nicht nur nachdem andere mich darauf hingewiesen hatten, wurde mir schnell klar, dass sich ein ungesundes Muster zeigte…Wie eine Löwin und teilweise völlig überzogen setzte ich mich für die Interessen meiner Zweitgeborenen ein. Warum das so war, überrascht aus heutiger Sicht natürlich nicht. Mit Argusaugen meinte ich über ihre seelische Universehrtheit wachen zu müssen. Schließlich habe ich nie gelernt, wie sich Geschwister normalerweise untereinander verhalten. 

Doch es drohte gar keine reale Gefahr. Mein älterer Sohn machte keinerlei Anstalten, sich meiner Tochter gegenüber ähnlich toxisch zu verhalten, wie ich es früher erlebt hatte. Trotzdem glaube ich heute, war ich oft ungerecht zu ihm. Das konnten wir glücklicherweise innerhalb unserer Familie aufarbeiten.

Auch darin sehe ich rückwirkend für mich einen wertschätzenden und heilsamen Effekt.

Noch heute ertappe ich mich dabei, wie ich alten Verhaltensmustern oder wenig hilfreichen Denkfallen erliege. Kein Wunder – denn was sich jahrzehntelang etabliert hat, lässt sich nicht einfach so abstellen von heute auf morgen. Aber ich habe die Praxis der Achtsamkeit für mich entdeckt und verinnerlicht. Ich erkenne auf diese Weise schnell, wenn ich wieder „falsch abbiege“ und kann meinen Kurs zügig korrigieren. Ich habe dadurch mein Lebensglück und meine Zufriedenheit wiedererlangt und fühle mich handlungsfähiger als jemals zuvor.

Warum ich Dir das erzähle

Ich habe Dir diese persönliche Geschichte erzählt, um Dir Mut zu machen.

Wer sich auf die Spurensuche seiner frühkindlichen Prägung begibt, erfährt viel Lehrreiches und Wertvolles über sich.

Wir sind hier, um glücklich zu sein, dann sollten wir das auch mit all unseren Mitteln in die Hand nehmen.

Spätestens in der Lebensmitte solltest Du deswegen mal innehalten und dich fragen, wie selbstbestimmt und frei Du wirklich bist. Wer oder was zieht da vielleicht noch unbemerkt Deine Strippen?! Was davon soll in Deinem Leben bleiben, weil es sich vielleicht bewährt hat, aber was darfst Du auch in Liebe verabschieden?

Wir sollten nicht zulassen, dass uns limitierende (oft selbstauferlegte) Glaubenssätze daran hindern, am Buffet des Lebens herzhaft zuzugreifen und glücklich zu sein, meinst Du nicht auch?…

Wir alle kommen dann in unsere magische Kraft und Selbstliebe, wenn wir erkannt haben, was uns tief in unserem Inneren bewegt. Das können auch alte Verletzungen sein, die Deine vorbehaltlose Aufmerksamkeit benötigen, um zu verheilen.

Auch geht es nicht um Schuld oder Vorwürfe, sondern deinetwillen um Annahme und Vergebung.

Wenn Du magst, begleite ich Dich auf Deinem Weg zu Deinen Erkenntnissen.

Meine eigenen Erfahrungen und meine zusätzlich erworbenen Kompetenzen im Bereich psychologische und systemische Beratung helfen Dir, Dich zu orientieren und liebevoll das anzunehmen, was schon lange ein Teil von Dir ist.

Ich freue mich auf Dich! Gerne vereinbarst Du Dein kostenloses Erstgespräch und wir lernen uns ganz unverbindlich kennen.

Herzlichst,

Deine Arlyn 

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Neue Ziele, wenn uns die alten ausgehen…

Neue Ziele, wenn uns die alten ausgehen…

“ Wer keine Ziele hat im Leben, kann auch nichts erreichen!“ Kennst Du diesen Satz auch noch? Viele von uns sind mit diesen elterlichen Worten in den Ohren groß geworden.

Und es stimmt ja auch, Ziele bringen uns voran im Leben. Sie geben uns Orientierung und machen unseren eigenen Erfolg messbar. Sie zu erreichen ist Ansporn und Motor gleichermaßen.

Haben wir ein erklärtes Ziel erreicht, fühlen wir uns zufrieden und stolz. Das Gefühl es geschafft zu haben, steigert unser Selbstvertrauen und macht uns größer. Noch berauscht von dem persönlichen Erfolg, werden noch im Zieleinlauf neue Herausforderungen ins Auge gefasst.

Frag mal einen Marathonläufer im Zielbereich, was ihm durch den Kopf geht. Er wird antworten: „Ich denke nach einer kleinen Erholung freue ich mich auf die Vorbereitung für den nächsten Marathon in der Stadt XY….“

Mit anderen Worten, das gute Gefühl, wenn etwas geschafft ist, macht süchtig und treibt uns voran durch unser Leben. Das gilt sowohl für den beruflichen als auch den privaten Bereich.

So überrascht es nicht, was eine Studie aus Kanada (Carleton Universität) belegen kann. Danach verlängert es sogar die Lebenserwartung, wenn wir nach Zielen streben. Glücklicherweise sei dies auch unabhängig davon, welche Ziele wir verfolgen und mit welcher Intensität. Hauptsache wir wissen, was oder wohin wir wollen!

Mission accomplished – Mission erfüllt, und jetzt?

Aber was ist, wenn wir unsere großen Ziele erreicht haben? Wenn wir mit einem Mal feststellen, dass der Rausch des Zieleinlaufs nicht mehr nachwirkt? Und wir auch nicht mehr wissen, wo und wie es für uns weitergeht? Wenn uns die Ziele ausgegangen sind.

Typischerweise betrifft das die sogenannten Lebensziele. Das sind die Ziele, die wir im Leben bis zu einem bestimmten Punkt, spätestens aber bis zum Lebensende erreicht haben wollen.

Einer Studie aus Zürich (Gottlieb Duttweiler Institut 2019) zu Folge, wurden diese Lebensziele am häufigsten genannt (übrigens auch in dieser Reihenfolge!): 
Gesundheit, Geld, Glück, Karriere, Familie, Reisen, Beziehungsglück, Haus, Kinder, Ausbildung, Auswandern und Langlebigkeit.

Wenn Du magst, nimm‘ Dir kurz Zeit und vergleiche das mit Deiner eigenen Reihenfolge. Was war Dir bislang besonders wichtig? Und, ebenso interessant, hat sich Dein Fokus in der Zwischenzeit woanders hinbewegt?

In der Lebensmitte, also ab dem 40. und 50. Lebensjahr passiert in diesem Zusammenhang nämlich etwas Spannendes. Hier verändern sich die Lebensziele der meisten Menschen noch einmal sehr deutlich. Der Karrieremensch möchte sich zum Beispiel mehr der Familie widmen. Und Mama möchte jetzt beruflich durchstarten, nachdem sie sich bislang um die Kindererziehung gekümmert hat. 

In jedem Fall steht bei vielen der Wunsch nach einer spürbaren Veränderung ganz oben auf der Liste. 

Die Lebensmitte als Einschnitt
Woran liegt es, dass die Lebensmitte uns aus unserem Flow bringt? Bis hier hin lief doch alles wie am Schnürchen!
 

Folgende Ursachen kommen in Betracht: 

  • Zum einen sind in dieser Phase schlichtweg einige der großen Lebensziele abgearbeitet. Die Karriere ist in trockenen Tüchern. Vielleicht winkt noch die ein oder andere Beförderung, aber im Großen und Ganzen passiert nicht mehr viel Neues. Die Familie ist auch gegründet und Kinder, sofern vorhanden, befinden sich bereits im Teenageralter. Von Mutter und Vater wollen sie nicht mehr allzu viel wissen. Das Haus ist gekauft und über die Jahre zu einem eng verbundenen Heim geworden. Die wirklich großen Entscheidungen sind bis hierhin schon getroffen.

  • Zu allem Überfluss fällt in diese Zeit oftmals eine Art Sinnkrise. Ob wir sie nun Midlifecrisis oder Wendepunkt nennen möchten, bleibt Geschmacksache. Typischerweise stellen wir plötzlich unsere Leben in vielen Belangen in Frage. Die Zeit rückt vermehrt in den Blick. Wir erkennen, dass uns materielle Ziele weniger bedeutsam werden. Vor allem gesund zu sein und zu bleiben rückt viel mehr in den Fokus jetzt. Ebenso der Wunsch, generell zufriedener zu sein. Viele ziehen hier Bilanz. Was habe ich eigentlich erreicht? Reicht mir das so? Kommt da noch etwas? So weiter jetzt bis zum Schluss?…. Solche Gedanken berichten Betroffene immer wieder.

  •  Ein weiterer Umstand bewegt viele in dieser Phase. Bis hierhin lief es gut mit den Zielen. Es war klar , was als nächstes auf der Agenda steht. Schritt für Schritt ging es vorwärts. Vielleicht sind  unterwegs am Wegesrand abweichende Wünsche, Träume oder Visionen aufgeblitzt. Beherzt wurden diese unterdrückt oder auf später verschoben. Nicht jetzt lautete die Devise! Die längere Reise mit dem Wohnmobil entlang der amerikanischen Westküste, die Alpenüberquerung zu Fuß, der mediterrane Kochkurs oder der Einsatz in der Vereinsarbeit beim ortsansässigen Sportclub. Nie passte es so richtig in den Zeitplan. Aber wann wird aus irgendwann jetzt? Nun bringen sie sich in Erinnerung: Mahnend stehen die unterdrückten Wünsche mit finsterem Blick vor der Pforte unserer Herzen: “ Schau‘ mich an und nimm‘ mich wahr. Ich warte schon länger. Ich habe Zeit – DU auch?“ raunen sie uns. Kennen Sie das?
Volle Kraft voraus

Die gute Nachricht ist, wer sich dieser Phase bewusst stellt, hat gute Chancen an eben dieser zu wachsen und gestärkt aus ihr hervorzugehen.

Gemeint ist damit zunächst, anzunehmen was ist! Was bedeutet das? Gedanken und Gefühle, die zwar vielleicht verunsichern und zutiefst irritieren, dürfen sein! Jetzt geht es um Dich. Eine wundervolle Chance bietet sich Dir an dieser Stelle: Du darfst Dich und Deine Bedürfnisse in den liebevollen Blick nehmen. Was ist all das Gute in Deinem Leben und was ist Dir bisher schon alles gelungen? Eine wertschätzende Haltung gibt Dir Deine Stärke zurück und öffnet den Raum für den nächsten Schritt. 

Wie darf oder soll es in Deinem Leben weitergehen? Wenn Du die Segel neu hisst, welchen Kurs möchtest Du einschlagen? Unter dieser Überschrift steht der nun folgende spannende Prozess.

Finde heraus, welche Werte Dir jetzt besonders wichtig erscheinen. Reflektiere Deine Interessen und Fähigkeiten. Entwickele aus allgemeinen Wünschen erreichbare und konkrete neue Ziele. Welches Leben steckt noch in Dir, das bislang nicht in Erscheinung getreten ist? Entdecke Deine kreative Seite. 

Mit Unterstützung geht es leichter!

Du magst denken, klingt ja gut und schön, aber ganz so leicht ist es vielleicht doch nicht. Da hast Du recht!

Warum es hilfreich ist, sich dabei unterstützen zu lassen: 

  • Es sind insbesondere Prägungen und übernommene Überzeugungen aus der Kindheit, die uns in unserem Wachstum auch später noch bremsen können. „Das schaffe ich nicht. Dafür bin ich zu alt. Was sollen denn die Leute über mich denken? Andere schaffen das vielleicht, ich aber sicher nicht….usw.“ Solche (unbewussten) Stolpersteine können leichter aus dem Weg geräumt werden, wenn man sie gemeinsam aufspürt und methodisch hinterfragt. Der Blick „hinter die eigenen Kulissen“ ist aber nötig, um die Bühne des Lebens in ihrer vollen Breite nutzen zu können. 

  •  In Krisenzeiten oder Zeiten des Umbruchs neigen wir dazu, alles aus einer eher dunkel eingefärbten Brille zu betrachten. Viele Betroffene fühlen sich an diesem Punkt in ihrem Leben beklommen und frustriert. Dass sich das eben noch bewährte Leben nun nicht mehr gut anfühlt, erzeugt ein Gefühl von Widerstand und Trauer. Hier können lösungsorientierte Impulse von außen helfen, den eigenen Blick wieder in eine produktivere Richtung zu lenken. Strukturiert vorzugehen, erzeugt schnell wieder klare Sicht!

  •  Die Gelegenheit, die Lebensmitte als strategischen Wendepunkt für sich zu nutzen, ist einmalig und weitreichend. Sie birgt die wundervolle Chance, das Leben in gewünschter Weise zu verändern und zu bereichern. Neue Ziele werden entwickelt. „Was erwarte ich noch von dem Rest meines Lebens?“ Diese Frage ist der Ausgangspunkt für die spannende Arbeit, die nun vor Dir liegt. Zielearbeit ist ein klassischer Coachingkontext. Mit der für Dich passenden Methode wird Dir Deine persönliche Entdeckungsreise leicht gelingen und viel Freude bereiten.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, Lebensziele verändern sich im Laufe des Lebens und es liegt in Deiner Hand, wie Du damit umgehst. Wer sich in der Lebensmitte die richtigen Fragen stellt, dem werden die Ziele höchstwahrscheinlich nicht mehr ausgehen. 

Herzlichst,

Deine Arlyn