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Letzter Ausweg Ehebruch?! Alternativen…

Letzter Ausweg Ehebruch?! Alternativen…

Vermutlich gibt es Seitensprünge so lange wie die Menschheit selbst.

Studien zu diesem Thema gibt es jedenfalls in Hülle und Fülle. Sicherlich nicht ohne Grund. Mit dem Begriff Untreue verbinden wir alle einen persönlichen Bezug. Sei es, weil bereits am eigenen Leib erfahren, oder weil man es mittelbar bei jemanden miterlebt hat. 

Die Folgen sind überwiegend bekannt: Das Fremdgehen hinterlässt eine Schneise von tiefer Trauer und Schmerz. 

Es gibt viele Motive, die Menschen zur Untreue inspirieren können. Die Muster sind dabei vielfältig und weit vielschichtiger als man annehmen könnte.

Hauptgründe für das Fremdgehen

Folgende Hauptgründe konnte ein Team um Dylan Seltermann (University of Maryland) in einer Studie ausmachen:

  • Wut auf den Partner
  • Herabgesetztes Selbstwertgefühl
  • Fehlende Liebe
  • Geringe Verbindlichkeit
  • Bedürfnis nach Abwechslung
  • Vernachlässigung
  • Sexuelles Verlangen
  • Situative Umstände (ohne Planung oder Absicht)

Aber gibt es auch Altersphasen, in denen das Fremdgehen verbreiteter auftritt, als in anderen?

Die Antwort darauf liefert mit einem eindeutigem Ergebnis wiederum eine Studie (University of New Hampshire). Danach sind es Männer ab dem 55. und Frauen ab dem 45. Lebensjahr, die am häufigsten fremdgehen.

Die Lebensmitte als Beziehungsexit?

Was macht diese Altersphase so anfällig für Seitensprünge? Ein Erklärungsversuch:

In der Mitte des Lebens ereilt viele Männer und Frauen eine generelle Identitätskrise. Das bisherige Leben wird in vielen Belangen in Frage gestellt. Was erwarte ich eigentlich noch von meinem Leben? Will ich so weitermachen wie bisher? 

Die großen Entscheidungen sind bis hier hin meistens alle schon getroffen (siehe Blogbeitrag: Warum und wie sich Lebensziele verändern). Es fühlt sich alles nach Stillstand an.

Das Leben verläuft ruhig. Zu ruhig für manche! Erinnerungen an aufregendere Zeiten von früher wecken Sehnsüchte. Wann erlebe ich mal wieder etwas wirklich Spannendes???… 

Verpasste Chancen werden reflektiert, sowohl beruflich als auch privat. Was wäre gewesen, wenn…? Derartige Grübeleien im Konjunktiv verschärfen die Unzufriedenheit mit der Ist – Situation.

Ein Gefühl lähmender Endgültigkeit begräbt das eben noch Bewährte unter einem grauen Schleier. Von dem alten Funkeln ist nur noch ein Funktionieren übriggeblieben. So zumindest scheint es. Der Wunsch nach Veränderung wird übermächtig. 

In den Seitensprung zu flüchten, kann jetzt verlockend erscheinen. Radikal wird so für prickelnde Abwechslung gesorgt. In der Parallelwelt erscheint das Menschsein in all seinen Facetten mit einem Mal wieder auslebbar. Das Selbstwertgefühl steigt an. 

Ob man nun erobert oder erobert wird, man wird spürbar zum Mittelpunkt der Welt für jemanden. Zumindest vorübergehend….Endlich erfährt man wieder die schmerzlich vermisste Aufmerksamkeit. Es tut sich wieder etwas im eigenen Leben. 

Worum geht es wirklich?

Fremdgeher sind in dieser Phase erfahrungsgemäß nicht wirklich auf der Suche nach einem neuen Partner. Das ist sicher auch der Grund dafür, dass Affären zumeist nicht lange anhalten. Vielmehr ist es eher die Suche nach sich selbst. 

Nicht selten  öffnet erst der Seitensprung die Augen für das, was man im Begriff ist, aufzugeben. Reumütig und schuldbewusst wird nicht selten wieder an die gemeinsame Tür geklopft. 

Wenn es aber so weit gekommen ist, haben beide Partner bereits mit gravierenden Folgen zu kämpfen. Nichts ist mehr wie vorher und der ultimative Vertrauensbruch gräbt tiefe, schmerzhafte Wunden. Die Paare stehen vor den Scherben ihrer gemeinsamen Zeit. 

Ob die Affäre dann jeweils das Ende der Beziehung bedeutet, hängt vom Einzelfall ab. 

Wie das Unheil abwenden?

In jedem Fall nicht abwarten, bis es zu spät ist!

Untreue überfällt uns nicht wie ein Hagelsturm inmitten eines Gewitters. Oftmals kündigen „dunkle Wolken am Beziehungshimmel“ an, dass sich die Großwetterlage gerade verändert. Hier kann man durchaus noch aktiv werden. 

                      7 Anregungen, was Paare in Krisenzeiten füreinander tun können: 

  1. Annehmen was ist: Nehmt die Krise ernst und übernehmt die Verantwortung für diese Lebensphase. Sie einfach abzutun, wegzuschieben oder zu unterdrücken löst das ungute Gefühl nicht einfach auf. Teilt Euch mit und andersherum, hört Deinem Partner zu. Sei aufmerksam und nimm Dir Zeit dafür.

  2. Aufgeschlossen sein: Versuche Vorschlägen oder Ideen gegenüber offen zu sein. Mauere nicht gleich dagegen. Indem Du Deinen Partner kritiklos aussprechen lässt, erleichterst Du es ihm, über seine Wünsche zu sprechen. Das fällt Partnern langjähriger Beziehungen ohnehin nicht leicht. Drücke Deine Anerkennung aus. Sicher kann das schmerzhaft sein, aber so bleibst Du im Austausch und aktiv beteiligt.

  3. Vermeide Grabenkämpfe: Jeder hat seinen eigenen Standpunkt und jeder hat vielleicht einen anderen Punkt im Leben, an dem er oder sie gerade steht. Ein konstruktiver Austausch kann gelingen, wenn jeder nur für sich und seine Sicht auf die Dinge spricht. Eine gute Kommunikation kann hier Berge versetzen. Bleibe beim „ich“ nicht beim „Du“!

  4. Freiräume gewähren: Wer gerade mit sich und allem hadert, möchte sich vielleicht zurückziehen und sortieren. Hierbei unterstützt zu werden, ist ein großer Vertrauensbeweis, der sich auszahlen kann.

  5. Anlass nutzen: Krisen kommen selten gut gelegen. Aber wer die Veränderungsstimmung des Partners zu nutzen weiß, kann auch selbst ein gutes Stück vorankommen. Nimm es als Anlass, den eigenen Lebensentwurf auch noch einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht entdeckst auch Du neue Entfaltungsideen, die Deinem Leben eine belebende Richtung geben. 

  6. Spurensuche: Nichts verbindet so nachhaltig wie geteilte Erlebnisse mit den damit verbundenen Emotionen. Seid kreativ, wagt etwas Neues. Ob ein anderes Hobby, eine neue Sportart, ein Tanzkurs oder eine alternative Art zu reisen – begebt Euch gemeinsam auf neues Terrain. Verlasst Eure Routinezonen! Ihr könnt auch anders, wenn Ihr mögt….Lenkt Euren Blick auf all das Positive zwischen Euch.

  7.  Gemeinsam wachsen: Ein  Paar, das sich auch in unruhigen Zeiten dafür ausspricht, weiterhin gemeinsame Wege einzuschlagen, hat große Chancen auf einen zweiten Frühling. Die Bereitschaft anzutreten und aktiv an Veränderungen mitzuwirken, schweißt zusammen und beeindruckt. 

Wir alle können in Krisen geraten und das Leben ist stets im Wandel. Gerade Partner können sich in turbulenten Zeiten gegenseitig stabilisieren. Wer bereit ist, erstmal in das Bestehende zu investieren, als es vorschnell aufzugeben, kann die eigene Lebensqualität erheblich steigern. 

Mit Unterstützung geht es leichter!

Zu erkennen, dass man sich gerade in einer Art Krise befindet ist das eine. Diese richtig einzuordnen und dann daraus noch die zielführenden Schritte einzuleiten, das andere.

Die gute Nachricht: Ihr müsst da nicht alleine durch! Die kompetente Unterstützung eines Coachs kann Euch helfen, Euch zu orientieren und Klarheit zu erlangen.  Zögert nicht! Die neutrale Distanz eines Dritten eröffnet vielleicht auch Euch eine neue Blickrichtung.

„Die Erfahrung lehrt uns, dass Liebe nicht darin besteht, dass man einander ansieht, sondern, dass man gemeinsam in gleicher Richtung blickt.“ (Antoine de Saint – Exupery)

Herzlichst,

Eure Arlyn 

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Wenn sich das Nest leert und das Herz rebelliert

Wenn sich das Nest leert und das Herz rebelliert

Es traf mich wie ein Blitzschlag – plötzlich war ich wieder auf unserer Insel. Türkises Wasser, angenehmer Wind und überall Palmen. Die offene Terassentür des kleinen vertrauten Ferienhauses und der besondere unverwechselbare Meeresduft, der unseren alljährlichen Sommerurlauben diese besondere Note gab.                 

So unendlich viele schöne Momente mit der Familie. So unendlich viele…. unwiederbringlich…. Erinnerungen auf Polaroid und in meinem Herzen.

 Es war eine der Rückreisen, als wir endlos lange am Flughafen warten mussten, als Sophie (* Name geändert) aus Langerweile diesen Aufkleber der Fluggesellschaft auf ihren Alukoffer klebte. Ich erinnere mich als wäre es gestern gewesen….Drei rote Buchstaben auf blauem Grund…

Auf genau den Alukoffer, dessen verkeiltes Rollrad jetzt – Jahre später – gerade mit einem unangenehmen Klackern über die Gehwegplatten unserer Einfahrt Richtung Umzugswagen gezogen wurde.

Im Nachhinein ist es immer diese Szene, die mir in den Sinn kommt, wenn ich an Sophies Auszug denke.

Viele Wochen sind seit diesem Tag vergangen und eine neue Routine sucht noch immer ihren Weg in meinen, unseren Alltag.

Wenn es nur nicht so still wäre im Haus!….

Sophie war viel unterwegs zuletzt – das schon, aber ihre Lebendigkeit und ihr sonniges Wesen füllten auch dann unser Heim, wenn sie nicht anwesend war. Am Anfang hat sie noch häufig angerufen und die vielen neuen Eindrücke sprudelten nur so aus ihr hervor. Mit der Zeit nimmt es aber spürbar ab und zumindest ihrerseits ist die Abnabelung offensichtlich gut geglückt.

Immer wieder stimme ich meinen lieben Freundinnen innerlich zu, die mir zu der bemerkenswerten Selbständigkeit meiner – unserer – Tochter gratulieren. Nein, was für ein großes Glück…..Du kannst soooo stolz sein….Und dann gleich einen begehrten Studienplatz ergattert….sogar an der gewünschten Uni….Und WG-Zimmer auch noch gefunden nebst Nebenjob?!…Ja, was will man denn da mehr?!……Du musst die stolzeste Mutter weit und breit sein….Du Glückliche!!!!…..

Mein Verstand stimmt dem vollkommen zu, fühlt sich auch auf angenehme Weise geschmeichelt. Pflichtschuldig setze ich dann immer eine dankbare Miene auf. Aber das Gefühl dazu will und will sich einfach nicht einstellen. Ich spüre weiterhin einen dumpfen Schmerz in der Brust und noch immer krampft sich alles in mir zusammen, wenn ich an Sophies Zimmer vorbeigehe. Ich fühle mich regelrecht verlassen….

Zunächst habe ich gedacht, ach das wird schon werden. Es braucht im Leben nun mal alles seine Zeit – aber nun fehlt mir allmählich nicht nur meine Tochter, sondern eigentlich meine komplette Lebensfreude und Leichtigkeit. Ich möchte mich abfinden mit dem Unabänderlichen, aber wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht, was ich mir stattdessen wünsche. Das macht mir Angst!

Freu Dich doch – jetzt hast Du Zeit die Dinge zu machen, die Du möchtest. Du musst Dich nach niemandem mehr groß richten und Du kannst tun und lassen, wonach Dir der Sinn steht. Das Buffet des Lebens hat für Dich aufgetischt: Bedien‘ Dich!….

Etwa so lauten die gutgemeinten Ratschläge meiner Freundinnen und ich spüre nichts außer einer tiefen Leere.“*

(* genehmigter Auszug aus den Schilderungen einer Klientin, Troisdorf 2021)

Wenn Eltern, insbesondere Mütter nach dem Auszug der Kinder in eine ausgeprägte Gefühlslage von Einsamkeit und Trauer geraten, sprechen Psychologen von dem sogenannten „Empty-Nest-Syndrom“ (Leeres-Nest-Syndrom).

In besonderen Fällen kann sich aus dieser Sinnkrise eine Depression ausbilden, welche in dem Fall ärztlicher Betreuung bedarf.

Damit es nicht so weit kommt, ist es hilfreich, diese Phase frühzeitig mit all den darin aufkommenden Emotionen bewusst anzunehmen und sich damit aufmerksam auseinanderzusetzen.

Jetzt ist kein Platz für „aufgesetztes Heldinnentum“ oder „guter Miene zum bösen Spiel“. Jetzt geht es darum zuzulassen, was ist und behutsam zu erforschen, wie es in dem neuen Lebensabschnitt weitergehen könnte. Oftmals haben Betroffene es über die Jahre der Kindererziehung schlichtweg verlernt, sich und die eigenen Bedürfnisse wieder in den Blick zu nehmen. Das kann sehr befreiend und spannend sein!!

Eine Anleitung zum Loslassen gibt es leider nicht! Aber es gibt viele bewährte Anregungen, die die Anpassung an diesen nächsten wichtigen Lebensabschnitt für alle Beteiligten deutlich leichter machen!

Und auch wenn das Umfeld unterstützen und trösten möchte, ist es doch häufig die neutrale Distanz eines begleitenden Coaches, die den Durchbruch bringt.

Deswegen…halte es mit Hermann Hesse und entdecke den Zauber Deines Neuanfangs….

Herzlichst,

Deine Arlyn 

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