Lebensmitte – wenn Schuhe nicht mehr glücklich machen…

Ja, das klassische Klischee trifft auch auf mich zu: wenn es mir nicht gut geht und ich mich nach einer Veränderung sehne, können mir neue Schuhe sehr zuverlässig weiterhelfen! Sie machen mir einfach Freude und bestärken mich wieder in meiner Weiblichkeit. 

Ein bisschen Seelenbalsam und Stimmungsaufheller zugleich. Dabei gilt stets, je deprimierter ich mich im Vorfeld fühle, umso knalliger fällt meine Wahl aus. Wer in meinen Schrank schaut, erkennt meine Frustkäufe auf den ersten Blick….

Midlife? Ich doch nicht!                                                          

Seit wann das nun nicht mehr funktioniert, kann ich gar nicht so genau sagen. Und es sind vor allem noch weitere Aspekte, die mir immer öfter schlechte Laune machen.

Ich komme nicht umhin, mir eingestehen zu müssen, dass es wohl doch mit meinem Alter zusammenhängt. …Vergangenen Monat habe ich meinen 45. Geburtstag gefeiert – mal ehrlich, das ist doch aber noch kein Alter!…

Midlife….Ich lese hier und da in den Zeitschriften in Wartezimmern darüber. Eigentlich eher belustigt über die dort überzeichneten Schilderungen. Übergewichtige Politiker, die nun ihren zweiten Marathon feiern, unfassbare Typveränderungen von Frauen in den mittleren Jahren. Die Vor – und Nachteile von Botoxbehandlungen neben dem Artikel über gehörnte Ehefrauen, deren Partner nach 25 Jahre Ehe mit der 25 jährigen Sekretärin ein Verhältnis unterhalten….Das ist doch alles nur Klatsch und Tratsch…

All das hat nichts mit mir zu tun. Und trotzdem kreisen meine Gedanken…

Ich fühle mich ganz und gar nicht alt! Allerdings irgendwie auch nicht mehr wie früher,  als das Leben noch mit all seinen Möglichkeiten vor mir lag. Irgendwie so dazwischen…

 Neues vom Körper….                                                          

Mein Körper verändert sich. Nicht in beängstigender Weise, nein das nicht, aber eben doch spürbar!

Ich lege neuerdings meine Brille ab, um besser lesen zu können und meine Haare werden auffallend weicher. Meine Friseurin musste sich etwas einfallen lassen. 

Was mich  schon sehr stört abends, ist der Abdruck der Sockenbündchen oberhalb der Knöchel. Ich bin noch immer schlank und auf meine straffe Haut war ich immer besonders stolz….- nun gibt sie nach…das ist neu. Verflixt!

Hormonell muss ich mich offenbar auch daran gewöhnen, dass von nun an nichts mehr so bleibt, wie es mal war.  Aber es heißt ja auch nicht umsonst „Wechsel“ – Jahre….Ein Traum!

An den zunehmenden Fältchen um die Augen habe ich hingegen nichts auszusetzen. Meine Mutter sagte immer: Jede Falte ist eine Zeichnung Deines Lebens und jede Lachfalte steht für einen besonders schönen Moment!

Und ja stimmt! Ich kann auf viele sehr schöne Erlebnisse zurückblicken…Und das tue ich auch unbewusst immer häufiger – das Zurückblicken! Das ist es ja! 

Irgendwie denke ich viel häufiger an das gestern…

Midlifekrise – So geht das doch nur im Film! 

Beinahe schmerzhafte Wehmut überkommt mich, wenn ich die Babyfotos meiner Kinder anschaue. Ebenso wenn ich Bilder von meinem Mann und mir in den Händen halte. Wo ist die Zeit geblieben und was ist aus unseren vielen Träumen geworden? Wir hatten so viele….

Jetzt ist alles gelaufen. Oder?….. Die Kinder sind soweit aus dem gröbsten raus und unsere Doppelhaushälfte so gut wie bezahlt. Unsere Jobs sind noch immer die gleichen. Das Leben plätschert so dahin wie ein breiter, sehr langsamer Fluss…… (Noch) besser wird’s wohl eher nicht…..

Ich halte mich selbst für undankbar, weil ich mich – um in dem Bild zu bleiben, nach einer Stromschnelle oder Wildwasserbahn sehne… Der Alltag ist zwar schon anstrengend und ich fühle mich oft sehr erschöpft.  Aber dieses immer gleiche Routine lähmt mich zunehmend.

Wenn ich mir aber die Frage stelle, was soll denn da jetzt noch kommen, fällt mir nicht viel Gutes ein…Das macht mich ratlos und unzufrieden!

Und da mich – nochmal salopp gesprochen, Schuhe zu kaufen auch nicht mehr glücklich macht, begnüge ich mich damit, anderen dabei zuzuschauen, wie sie ihre Midlifekrisen meistern.

Entsprechende Fernsehformate zum Abtauchen gibt es ja in Hülle und Fülle: Die Hausfrau, die noch einmal das Ruder dreht, eine Ausbildung zur Kosmetikerin macht und schließlich ihren Salon eröffnet. Oder die Büroangestellte, die mutig alles hinwirft, um allen guten Ratschlägen zum Trotz erfolgreich ihre kleine Modeboutique zu eröffnen. Auch mit der betrogenen Ehefrau, die es ihrem Mann zeigt und allein von vorne anfängt, solidarisiert man sich auf Anhieb!

Aber das bleibt Filmkulisse.

Das Leben der Anderen bleibt das Leben der Anderen und meines ist im Wesentlichen schon gelaufen….

Denn mal ernsthaft, was könnte ich schon mit bald Ende Vierzig noch einmal verändern, damit ich mich in der zweiten Lebenshälfte besser oder anders fühle?!…..

Ich möchte weder meinen Mann verlassen, noch meine Kinder aus ihren gewohnten Abläufen herausreißen. Die wirklich großen Entscheidungen sind doch schon gelaufen…. Auch habe ich mich an die regelmäßigen Einkommen gewöhnt. Jetzt noch einmal neu beginnen, ist doch albern.

Rien ne va plus – nichts geht also mehr…?! “ *

(* genehmigter Auszug aus den Schilderungen einer Klientin)

Midlifekrise oder nur schlechte Laune?

Die gefürchtete Midlifekrise kann viele Gesichter haben. Betroffene können diese Phase völlig unterschiedlich erleben.  Aber nicht jede schlechte Gemütslage sollte gleich zu einer Krise erklärt werden.

Wenn Du mehrere der typischen Krisenmerkmale bei Dir feststellst, könnte es sich aber um mehr als nur schlechte Laune handeln:

  • Sich abgehängt fühlen: Hast Du den Eindruck, dass Du  irgendwie den Anschluss verloren hast und allseits von jüngeren überholt wirst?

  • Pessimismus: Besser wird es nicht mehr und von jetzt an geht es nur noch abwärts? Hast Du das Gefühl, schon die beste Version und den Höhepunkt Deines Lebens erlebt zu haben?

  • Unzufriedenheit: Alles fühlt sich nach Stillstand an? Du ziehst beruflich als auch privat Bilanz und wünscht Sir eine spürbare Veränderung? Haderst Du mit bereits getroffenen Entscheidungen?

  • Sorgen/Ängste: Du vermutest, dass jede künftige Veränderung mit einer Verschlechterung oder einem Unheil verbunden sein wird? Gesundheitliche Bedenken und Zukunftssorgen rücken vermehrt in Dein Blickfeld?

  • Innerer Kritiker: Vergleichst Du Dich und Deinen Lebensentwurf häufig mit denen Anderer und fühlst Dich dabei in Deinem Selbstwert gemindert? „Was habe ich schon erreicht in meinem Leben?“

  • Körperbewusstsein: Belasten Dich zunehmend altersbedingte Veränderungen? Verspürst Du den Drang, bewusst etwas dagegen zu unternehmen? Kannst Du Dich (noch) annehmen, wie Du bist?

  • Grübeleien: Bemerkst Du bei Dir häufiger ziellose Gedanken über den Sinn Deines Lebens und dem Wunsch daraus auszubrechen? Rückt die noch verbleibende Zeit immer mehr in Dein Blickfeld? „Was erwarte ich eigentlich noch von meinem Leben?“

Die Lebensmitte ist für viele von uns eine Umbruchzeit, in der wir unsere Identität noch einmal neu definieren können.  Als Phase der noch guten Chancen, läd sie uns zu einer Neuausrichtung ein.

Entscheidend dafür ist zunächst, dass wir die Dinge beim Namen nennen. Wer sich den „unguten“ Gedanken und Gefühlen widmet, die sich heimlich eingeschlichen haben, kann Veränderungen einleiten.

So nimmt man der Krise den Beigeschmack der Katastrophe und verbindet sich wieder liebevoll mit sich selbst.

Die gute Nachricht: Du musst da nicht alleine durch! Lass‘ Dich auf Deinem Weg zu Deiner Strategieanpassung unterstützen. Ob Du dafür Dein persönliches Umfeld einspannst, oder eher die kompetente Begleitung eines erfahrenen Coach bevorzugst, bleibt Dir überlassen. Wichtig ist, dass Du Deinen Blick in eine zukunfts – und lösungsorientierte Richtung lenkst und auf diese Weise  wieder in guten Kontakt mit Deinen Bedürfnissen gelangst.

Denn die wohl glücklichste Zeit unseres Lebens ist die, in der wir realisieren, was uns glücklich macht und einfach danach leben. Die Lebensmitte eignet sich dafür besonders gut, sofern wir diese große Chance auch entdecken und als solche annehmen.

Du bist herzlich eingeladen, Dich auf Deinen Weg zu machen und dann voller (Vor)Freude und Zuversicht in die zweite Lebenshälfte aufzubrechen. Sei mutig und mache den ersten Schritt!

Vereinbare doch einfach Deinen Termin für ein unverbindliches und für Dich kostenfreies Erstgespräch. Ich freue mich, von Dir zu hören.

Herzlichst,

Deine Arlyn 

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