Neue Ziele, wenn uns die alten ausgehen…

“ Wer keine Ziele hat im Leben, kann auch nichts erreichen!“ Kennst Du diesen Satz auch noch? Viele von uns sind mit diesen elterlichen Worten in den Ohren groß geworden.

Und es stimmt ja auch, Ziele bringen uns voran im Leben. Sie geben uns Orientierung und machen unseren eigenen Erfolg messbar. Sie zu erreichen ist Ansporn und Motor gleichermaßen.

Haben wir ein erklärtes Ziel erreicht, fühlen wir uns zufrieden und stolz. Das Gefühl es geschafft zu haben, steigert unser Selbstvertrauen und macht uns größer. Noch berauscht von dem persönlichen Erfolg, werden noch im Zieleinlauf neue Herausforderungen ins Auge gefasst.

Frag mal einen Marathonläufer im Zielbereich, was ihm durch den Kopf geht. Er wird antworten: „Ich denke nach einer kleinen Erholung freue ich mich auf die Vorbereitung für den nächsten Marathon in der Stadt XY….“

Mit anderen Worten, das gute Gefühl, wenn etwas geschafft ist, macht süchtig und treibt uns voran durch unser Leben. Das gilt sowohl für den beruflichen als auch den privaten Bereich.

So überrascht es nicht, was eine Studie aus Kanada (Carleton Universität) belegen kann. Danach verlängert es sogar die Lebenserwartung, wenn wir nach Zielen streben. Glücklicherweise sei dies auch unabhängig davon, welche Ziele wir verfolgen und mit welcher Intensität. Hauptsache wir wissen, was oder wohin wir wollen!

Mission accomplished – Mission erfüllt, und jetzt?

Aber was ist, wenn wir unsere großen Ziele erreicht haben? Wenn wir mit einem Mal feststellen, dass der Rausch des Zieleinlaufs nicht mehr nachwirkt? Und wir auch nicht mehr wissen, wo und wie es für uns weitergeht? Wenn uns die Ziele ausgegangen sind.

Typischerweise betrifft das die sogenannten Lebensziele. Das sind die Ziele, die wir im Leben bis zu einem bestimmten Punkt, spätestens aber bis zum Lebensende erreicht haben wollen.

Einer Studie aus Zürich (Gottlieb Duttweiler Institut 2019) zu Folge, wurden diese Lebensziele am häufigsten genannt (übrigens auch in dieser Reihenfolge!): 
Gesundheit, Geld, Glück, Karriere, Familie, Reisen, Beziehungsglück, Haus, Kinder, Ausbildung, Auswandern und Langlebigkeit.

Wenn Du magst, nimm‘ Dir kurz Zeit und vergleiche das mit Deiner eigenen Reihenfolge. Was war Dir bislang besonders wichtig? Und, ebenso interessant, hat sich Dein Fokus in der Zwischenzeit woanders hinbewegt?

In der Lebensmitte, also ab dem 40. und 50. Lebensjahr passiert in diesem Zusammenhang nämlich etwas Spannendes. Hier verändern sich die Lebensziele der meisten Menschen noch einmal sehr deutlich. Der Karrieremensch möchte sich zum Beispiel mehr der Familie widmen. Und Mama möchte jetzt beruflich durchstarten, nachdem sie sich bislang um die Kindererziehung gekümmert hat. 

In jedem Fall steht bei vielen der Wunsch nach einer spürbaren Veränderung ganz oben auf der Liste. 

Die Lebensmitte als Einschnitt
Woran liegt es, dass die Lebensmitte uns aus unserem Flow bringt? Bis hier hin lief doch alles wie am Schnürchen!
 

Folgende Ursachen kommen in Betracht: 

  • Zum einen sind in dieser Phase schlichtweg einige der großen Lebensziele abgearbeitet. Die Karriere ist in trockenen Tüchern. Vielleicht winkt noch die ein oder andere Beförderung, aber im Großen und Ganzen passiert nicht mehr viel Neues. Die Familie ist auch gegründet und Kinder, sofern vorhanden, befinden sich bereits im Teenageralter. Von Mutter und Vater wollen sie nicht mehr allzu viel wissen. Das Haus ist gekauft und über die Jahre zu einem eng verbundenen Heim geworden. Die wirklich großen Entscheidungen sind bis hierhin schon getroffen.

  • Zu allem Überfluss fällt in diese Zeit oftmals eine Art Sinnkrise. Ob wir sie nun Midlifecrisis oder Wendepunkt nennen möchten, bleibt Geschmacksache. Typischerweise stellen wir plötzlich unsere Leben in vielen Belangen in Frage. Die Zeit rückt vermehrt in den Blick. Wir erkennen, dass uns materielle Ziele weniger bedeutsam werden. Vor allem gesund zu sein und zu bleiben rückt viel mehr in den Fokus jetzt. Ebenso der Wunsch, generell zufriedener zu sein. Viele ziehen hier Bilanz. Was habe ich eigentlich erreicht? Reicht mir das so? Kommt da noch etwas? So weiter jetzt bis zum Schluss?…. Solche Gedanken berichten Betroffene immer wieder.

  •  Ein weiterer Umstand bewegt viele in dieser Phase. Bis hierhin lief es gut mit den Zielen. Es war klar , was als nächstes auf der Agenda steht. Schritt für Schritt ging es vorwärts. Vielleicht sind  unterwegs am Wegesrand abweichende Wünsche, Träume oder Visionen aufgeblitzt. Beherzt wurden diese unterdrückt oder auf später verschoben. Nicht jetzt lautete die Devise! Die längere Reise mit dem Wohnmobil entlang der amerikanischen Westküste, die Alpenüberquerung zu Fuß, der mediterrane Kochkurs oder der Einsatz in der Vereinsarbeit beim ortsansässigen Sportclub. Nie passte es so richtig in den Zeitplan. Aber wann wird aus irgendwann jetzt? Nun bringen sie sich in Erinnerung: Mahnend stehen die unterdrückten Wünsche mit finsterem Blick vor der Pforte unserer Herzen: “ Schau‘ mich an und nimm‘ mich wahr. Ich warte schon länger. Ich habe Zeit – DU auch?“ raunen sie uns. Kennen Sie das?
Volle Kraft voraus

Die gute Nachricht ist, wer sich dieser Phase bewusst stellt, hat gute Chancen an eben dieser zu wachsen und gestärkt aus ihr hervorzugehen.

Gemeint ist damit zunächst, anzunehmen was ist! Was bedeutet das? Gedanken und Gefühle, die zwar vielleicht verunsichern und zutiefst irritieren, dürfen sein! Jetzt geht es um Dich. Eine wundervolle Chance bietet sich Dir an dieser Stelle: Du darfst Dich und Deine Bedürfnisse in den liebevollen Blick nehmen. Was ist all das Gute in Deinem Leben und was ist Dir bisher schon alles gelungen? Eine wertschätzende Haltung gibt Dir Deine Stärke zurück und öffnet den Raum für den nächsten Schritt. 

Wie darf oder soll es in Deinem Leben weitergehen? Wenn Du die Segel neu hisst, welchen Kurs möchtest Du einschlagen? Unter dieser Überschrift steht der nun folgende spannende Prozess.

Finde heraus, welche Werte Dir jetzt besonders wichtig erscheinen. Reflektiere Deine Interessen und Fähigkeiten. Entwickele aus allgemeinen Wünschen erreichbare und konkrete neue Ziele. Welches Leben steckt noch in Dir, das bislang nicht in Erscheinung getreten ist? Entdecke Deine kreative Seite. 

Mit Unterstützung geht es leichter!

Du magst denken, klingt ja gut und schön, aber ganz so leicht ist es vielleicht doch nicht. Da hast Du recht!

Warum es hilfreich ist, sich dabei unterstützen zu lassen: 

  • Es sind insbesondere Prägungen und übernommene Überzeugungen aus der Kindheit, die uns in unserem Wachstum auch später noch bremsen können. „Das schaffe ich nicht. Dafür bin ich zu alt. Was sollen denn die Leute über mich denken? Andere schaffen das vielleicht, ich aber sicher nicht….usw.“ Solche (unbewussten) Stolpersteine können leichter aus dem Weg geräumt werden, wenn man sie gemeinsam aufspürt und methodisch hinterfragt. Der Blick „hinter die eigenen Kulissen“ ist aber nötig, um die Bühne des Lebens in ihrer vollen Breite nutzen zu können. 

  •  In Krisenzeiten oder Zeiten des Umbruchs neigen wir dazu, alles aus einer eher dunkel eingefärbten Brille zu betrachten. Viele Betroffene fühlen sich an diesem Punkt in ihrem Leben beklommen und frustriert. Dass sich das eben noch bewährte Leben nun nicht mehr gut anfühlt, erzeugt ein Gefühl von Widerstand und Trauer. Hier können lösungsorientierte Impulse von außen helfen, den eigenen Blick wieder in eine produktivere Richtung zu lenken. Strukturiert vorzugehen, erzeugt schnell wieder klare Sicht!

  •  Die Gelegenheit, die Lebensmitte als strategischen Wendepunkt für sich zu nutzen, ist einmalig und weitreichend. Sie birgt die wundervolle Chance, das Leben in gewünschter Weise zu verändern und zu bereichern. Neue Ziele werden entwickelt. „Was erwarte ich noch von dem Rest meines Lebens?“ Diese Frage ist der Ausgangspunkt für die spannende Arbeit, die nun vor Dir liegt. Zielearbeit ist ein klassischer Coachingkontext. Mit der für Dich passenden Methode wird Dir Deine persönliche Entdeckungsreise leicht gelingen und viel Freude bereiten.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, Lebensziele verändern sich im Laufe des Lebens und es liegt in Deiner Hand, wie Du damit umgehst. Wer sich in der Lebensmitte die richtigen Fragen stellt, dem werden die Ziele höchstwahrscheinlich nicht mehr ausgehen. 

Herzlichst,

Deine Arlyn